Volksbank will erneut fusionieren

Der Vorstand der Seesener Volksbank mit Armin Gernhöfer, Jörg Hahne (neu), Dieter Brinkmann und Wolfgang Keunecke strebt eine Fusion mit der Volksbank Einbeck an. Möglicher Termin bei der Zustimmung der Vertreterversammlungen könnte der 1. Januar 2014 sein.

Seesener Kreditinstitut führt bereits Gespräche mit der Volksbank Einbeck über einen Zusammenschluss

Zusammenschließen soll man sich dann, wenn es einem gut geht! Das dachten sich Vorstand und Aufsichtsrat der Volksbank in Seesen. Nachdem es Ende 2012 einige gemeinsame Projekte zwischen der Seesener und der Einbecker Volksbank gab, dachten sich beide Seiten, dass daraus mehr entstehen könnte. Im März dieses Jahres trafen sich Aufsichtsrat und Vorstand der beiden Bankhäuser erstmals gemeinsam und führten Gespräche über eine mögliche Fusion. Angestrebter Termin ist der 1. Januar 2014.
Entschieden ist natürlich noch nichts, den Beschluss muss letztlich die Vertreterversammlung fällen. Doch: „Unsere beiden Banken passen sehr gut zusammen. Beide haben ein ähnliches Profil, haben eine ähnliche Bilanzstruktur und sind keine Stadtbanken“, betont Vorstandsmitglied Armin Gernhöfer. Bei einer Fusion würde eine der größten Volks- und Raiffeisenbanken Südniedersachsens entstehen. Die gemeinsame Bilanzsumme beträgt gut 900 Millionen Euro, wobei die Seesener knapp zwei Drittel beisteuern. Trotzdem sei es eine Fusion auf Augenhöhe, ist Gernhöfer wichtig mitzuteilen. Beide Häuser seien kerngesund und stehen nicht in einer finanziellen Notlage: „Es wäre keine Muss-Fusion, sondern eine Gewollte.“ Als Vorteile zählt Armin Gernhöfer unter anderen ein besseres Entgegentreten gegenüber den zunehmenden Regularieren und der demographischen Entwicklung auf. Zudem könne eine größere Bank mehr Spezialisten anbieten, die sich speziell um einen Geschäftsbereich kümmern können. Und natürlich müssen einzelne Posten nicht mehr doppelt besetzt werden.
Filialschließungen und Entlassungen sind im Zuge der Fusion nicht geplant. „Freiwerdende Stellen sollen durch Beratungstätigkeiten aufgefangen werden“, teilt der Vorstand mit.
Die Daseinsberechtigung ist die regionale Nähe und die soll erhalten bleiben, wie Vorstandsmitglied Wolfgang Keunecke hinzufügt: „Welche andere Bank gibt so viel Geld in die regionale Entwicklung, an die Feuerwehren, Schulen, Vereine und andere Institutionen?“ Statt von Alfeld bis Astfeld werde die neue Bank dann von Halle bis Holle gehen und weiterhin zwischen den Kreisstädten in der Fläche liegen. Wo letztlich die Zentrale einer fusionierten Volksbank liegen werde und welche Vorstandsmitglieder bleiben werden, stehe noch nicht fest und müsse in den folgenden Gesprächen geklärt werden. Auf die Nachfrage, warum die Planungen so forciert werden würden, entgegnete Armin Gernhöfer, dass die letzten Fusionen noch schneller durchgeführt wurden. „Es macht auch keinen Sinn, zwei oder drei Jahre darüber zu sprechen. Dann zieht sich das nur hin und es verläuft im Sand“, so Gernhöfer. Keunecke fügt hinzu, dass möglichst schnell der Regelbetrieb laufen solle: „Die Kunden sollen am Ende nur die positiven Auswirkungen einer Fusion mitbekommen.“