Voller Bauch, ungutes Gefühl

Aus dem Amtsgericht

Seesen (hz). Weil ein 61-jähriger Mann aus Bremen eine Werbesäule auf dem Rasthof „Harz-Ost“ beschädigte, musste er sich kürzlich vor dem Seesener Amtsgericht verantworten. Der Bremer, der sich auf der Heimreise in Richtung Norden befand, machte an der Raststätte halt. Nach dem Tankvorgang setzte der 61-Jährige sein Fahrzeug unachtsam zurück. Hierbei beschädigte er ein Werbeschild und setzte so unglücklich mit dem Unterboden auf, dass er fremde Hilfe benötigte, um das Fahrzeug wieder auf den „rechten Weg“ zu bringen.
Anschließend stellte der Bremer sein Fahrzeug auf einer Parkfläche ab, um den entstandenen Schaden zu melden. Unglücklicherweise führte der Weg jedoch durch das Restaurant. Vom köstlichen Duft angezogen, entschied sich der Angeklagte am Mittagstisch Platz zu nehmen. Den Schaden meldete er jedoch auch nach dem Mittagessen nicht mehr.
Mit vollem Bauch und vermutlich einem unguten Gefühl verließ der Angeklagte den Rasthof. Richter Frank Rüger verurteilte den 61-Jährigen zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen à 50 Euro und einem einmonatigen Fahrverbot.
Ein 55-jähriger Berufskraftfahrer aus Wolfenbüttel wurde wegen versuchter Nötigung zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen à 40 Euro und einem einmonatigem Fahrverbot verurteilt, weil er eine junge Pkw-Fahrerin zum Schnellerfahren drängen wollte. Die 23-Jährige und ihr Lebensgefährte sagten vor Gericht als Zeugen aus. Die Frau wurde im November letzten Jahres von dem Lkw-Fahrer genötigt, als sie mit „lediglich“ 80 km/h auf der Bundesstraße unterwegs war. Signalhorn, Lichthupe und Warnblinklicht betätigte der Angeklagte, der den Vorfall vollkommen anders schilderte und sich im Recht sah. Richter Frank Rüger ließ dennoch Gnade walten: Lediglich einen Monat soll der Angeklagte auf seinen Führerschein verzichten müssen – jeder weitere Monat würde den Arbeitsplatz des 55-Jährigen gefährden.