Von alten Sprachen, Freud’ und Leid

20 Jahre Vorsitzende: Sigrid Ahlswede (Mitte) wurde vom Vorstand mit einem Präsent bedacht.
 
Propst Thomas Gleicher während seines Vortrages.

Propst Thomas Gleicher referiert bei Versammlung des Hausfrauenbundes / Würdigung für Sigrid Ahlswede

Die Mitglieder des Deutschen Hausfrauenbundes Ortsverband Seesen, trafen sich zur letzten Monatsversammlung dieses Jahres im Altenzentrum St. Vitus. Die 1. Vorsitzende, Sigrid Ahlswede, konnte neben zahlreichen Mitgliedern auch einige Gäste und besonders Propst Thomas Gleicher als Referenten des Nachmittags begrüßen.
Zu Beginn sprach Andrea Wilhelm-Opel einige Dankesworte an die Adresse von Sigrid Ahlswede, die im November 20 Jahre 1. Vorsitzende im Deutschen Hausfrauenbund Seesen ist. Für ihren unermüdlichen Einsatz in all den Jahren gab es ein kleines Präsent.
Im kurzen Rückblick auf den Vormonat wurde an den gelungenen Vortrag von Jörg Eikmann erinnert. Die Nachmittagsfahrt im Oktober zur „Kristallwelt“ nach Derenburg mit Führung und Kaffeetrinken verlief ebenso erfolgreich wie die Fahrt zum Schlachteessen.
Am 12. Dezember geht es zum Weihnachtskaffee nach Kammerborn. Dort gibt es ein Kuchen-Torten-Büfett oder belegte Brote sowie weihnachtliche Unterhaltung. Die Abfahrt erfolgt um 12.45 Uhr ab Hochhaus, 12.50 Uhr ab St. Vitus, 12.55 Uhr ab Waisenhausstraße und 13 Uhr ab Bahnhof. Anmeldungen dafür nehmen Sigrid Ahlswede oder Elfi Simon entgegen.
Der Handarbeitskreis trifft sich am 16. November um 15 Uhr im St. Vitus. Die Weihnachtsfeier ist am 7. Dezember um 15 Uhr im Hotel Wilhelmsbad. Dafür ist eine Anmeldung erforderlich.
Nach dem „offiziellen“ Teil sprach Propst Thomas Gleicher – exemplarisch vor dem Hintergrund seiner eigenen Biographie – über den Beruf des Pfarrers. Seit etwa 2000 Jahren gebe es den Beruf bereits. Früher für Angehörige des Adelsstandes reserviert, können heute Menschen aus allen Bevölkerungsschichten Pfarrer werden. „Wenn einer vom Glauben angesprungen wird, ist es egal, woher er kommt“, so Gleicher, der von seinem gläubigen Elternhaus berichtet. Der Vater war katholisch, die Mutter evangelisch. Er ging mal mit den einen Großeltern in die evangelische und mit den anderen in die katholische Kirche. Nach dem Schulabschluss kam er nicht zur Bundeswehr, sondern zur Bundespolizei – und wurde bei den Standortgottesdiensten regelmäßig gefragt, ob er nicht ein Gebet sprechen könne. Neben vielen anderen Aspekten wohl auch ein Grund, warum er sich entschied, Theologie zu studieren. Dabei stellten die Fremdsprachen eine erste große Hürde dar. Latein, Altgriechisch und Hebräisch sind zu beherrschen. Inhaltlich stehen dann unter anderem Altes und Neues Testament, Kirchengeschichte, Ethik und Dogmatik auf dem Plan. Nach dem Studium war Gleicher als Vikar in Peine tätig. Dort musste er erstmals eine Beerdigung zelebrieren. „Das war eine schwierige Sache“, erinnerte sich der Propst. Weitere Stationen waren Hildesheim und Munster. In Munster war er Militärpfarrer, hielt viele Seminare, war in Gefängnissen und Moscheen. Im Jahre 2003 kam er schließlich nach Seesen.
Seine Aufgaben bezeichnete er als sehr vielfältig; Freud und Leid lägen oft dicht beieinander. Inzwischen ist Propst Gleicher in der braunschweigischen Landeskirche auch Mitglied der Kirchenregierung. Da die Zahl der Gläubigen weiter sinke, so Gleicher weiter, hätten sich zwei Propsteien zur Propstei Gandersheim-Seesen zusammengeschlossen. Den Namen gebe Gandersheim, weil sich dort die alte Stiftskirche befinde, Sitz der Verwaltung sei aber Seesen. Propst Gleicher erzählte so spannend aus seinem Leben, dass die Zeit fast zu schnell verging.