Von der Sense zum Schneepflug

Die Straßenmeisterei Seesen öffnet am Sonnabend ihre Türen für die interessierte Öffentlichkeit. (Foto: bo)

Am Sonnabend lädt die Straßenmeisterei Seesen zum Tag der offenen Tür ein

Für die Niedersächsische Straßenbauverwaltung sind im Rückblick auf ihre geschichtliche Entwicklung zwei Daten von herausgehobener Bedeutung, so dass sie in Erinnerung gerufen
und als Jubiläumsgedenktage in diesem Jahr gewürdigt werden.
Am 4. Mai 1764 – also vor 250 Jahren – wurde im nordwestdeutschen Raum erstmals eine zentrale Straßenbauverwaltung für das damalige Kurfürstentum Hannover durch Dekret Georgs III., König von Großbritannien und Kurfürst von Hannover, gebildet.
Am 5. Oktober 1764 wurde dieser „Königlich Großbritannischen und Kurfürstlich Hannoverschen General-Wegebebau-
Intendance“ durch die Bereitstellung der ersten Mittel die Möglichkeit gegeben, mit den angeordneten Chaussee-Bau im ganzen Lande zu beginnen.
Träger dieser Aufgabe waren Ingenieur-Offiziere des kurhannoverschen Ingenieurkorps, denen man zutrauen durfte, dass sie mit der ihnen eigenen Fachkenntnis, Tatkraft und Zielstrebigkeit die wichtigsten Heer- und Handelswege so schnell wie möglich als „Kunststraßen“ ausbauen.
Diese Straßenbauaufgabe des Jahres 1764 war nach ihrer Größe und Dringlichkeit für das Kurfürstentum Hannover eine Staatsaufgabe ersten Ranges, weil nur durch sie der so lebenswichtige Reise-, Post- und Frachtverkehr entscheidend gefördert werden konnte.
Die grundsätzlichen Ziele der Straßenerhaltung und des Straßenneubaus haben sich seit dem nicht wesentlich verändert. Allerdings wurden die Organisationsformen den gesellschaftlichen und politischen Notwendigkeiten gerade auch in der jüngeren Vergangenheit immer wieder angepasst.
Für den Betrieb, der Erhaltung und dem Ausbau der regionalen und überregionalen Verkehrswege im Harzvorland und im Oberharz ist seit einigen Jahren der Regionale Geschäftsbereich in Goslar mit seinen vier Straßenmeistereien zuständig. Im täglichen Sprachgebrauch auch weiterhin als „Straßenbauamt Goslar“ bekannt.
Während die Unterhaltung und der Betrieb der Bundes-, Landes und Kreisstraßen (Kreisstraßen nur im LK Goslar) von den Straßenmeistereien Seesen, Goslar, Braunlage und Herzberg wahrgenommen werden, erfolgt die Planung und Abwicklung größerer Bauvorhaben durch die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Goslar. Insbesondere für den Neubau und der Erhaltung der Bundes-, Landes- und Kreisstraßen standen dem Geschäftsbereich Goslar in den vergangenen Jahren zwischen 35 und 55 Millionen Euro jährlich zur Verfügung. So gehören neben dem Bau der drei Ortsumgehungen in Duderstadt, Waake bei Göttingen und Barbis bei Bad Lauterberg auch die Sanierung der Weisswasserbrücke über die Okertalsperre zu den herausgehobenen Bauprojekten der letzten Jahre.
Neben diesen baulichen Aktivitäten existieren jedoch eine Fülle weiterer Aufgaben, die es zu bewältigen gilt. Insbesondere hat sich die Ausschreibung von Betriebsdienstaufgaben (zum Beispiel Ölspurbeseitigung, Grasmahd, Gehölzpflege oder Reinigungsarbeiten) zu einem immer umfangreicheren Arbeitsgebiet in den letzten Jahren entwickelt.
Außerdem werden in Goslar eine Vielzahl wichtiger Verwaltungsaufgaben wahrgenommen. Neben Aufgaben im Zusammenhang mit dem Anbau an Straßen des überörtlichen Verkehrs und der Sondernutzung an Straßen werden der Erwerb und der Verkauf von Flächen zum Zwecke des Straßenbaus in diesem Fachbereich vorbereitet und abgewickelt. Weitere wichtige Aufgaben, wie Schadenersatzforderungen, Unfallschäden, Klagen und das Personalmanagement werden dort wahrgenommen und bearbeitet. Zudem gehört auch die Abwicklung des passiven Lärmschutzes zu den Aufgaben dieses Fachbereiches.
Wer sich über die vielseitigen Aufgaben des Straßenbaus und Betrieb in Niedersachsen und speziell in der Harzregion informieren möchte, kann dies am Tag der offenen Tür am Sonnabend, 19. Juli, in der Zeit von 11 bis 16 Uhr auf dem Gelände der Straßenmeisterei in Seesen tun.
Vorgestellt wird unter dem Motto „Von der Sense bis zum Schneepflug“ der Straßenbau und Betrieb im Wandel der Zeit. In der Einladung der Straßenmeisterei heißt es: „Schauen Sie hinter die Kulissen der Straßenmeisterei Seesen. Erfahren Sie wie die Organisation des Betriebs- und Winterdienstes abläuft. Erleben Sie die Großgeräte, wie die Unimogs, die als multifunktionale Geräteträger eingesetzt werden oder die Hubsteiger die für die Baumschnittarbeiten genutzt werden. Erhalten Sie Einblicke in das Aufgabenfeld und den Ausbildungsberuf des Straßenwärters. Besichtigen Sie die einzigartige Bauweise der Kompakthalle auf dem Gehöft der Straßenmeisterei Seesen.“
Kinder und Erwachsene erwarten neben einem umfangreichen Rahmenprogramm Geschicklichkeitsaufgaben, die zum Beispiel mit Hilfe des Baggers und des Ladekrans gelöst werden müssen. In Zusammenarbeit mit der Feuerwehr, dem DRK und der Polizei Seesen wird ein Unfallszenario nachgestellt.
Weitere Informationen über die Planung und den Bau von Straßen stehen in Form von Filmen und Stelltafeln zur Verfügung. Für das leibliche Wohl ist natürlich gesorgt.