Von Langners Kolonialwaren bis zur „Eisernte“

Diese Eingangstür im Koch’schen Hof ziert das Deckblatt des neuen Kalenders „Seesener Ansichten“.

Freundeskreis Städtisches Museum bringt zum siebten Mal Kalender „Seesener Ansichten“ auf den Markt

Seesen (poe). „Seesener Ansichten 2012“ – allein schon das Titelbild des neuen Kalenders, das von der Eingangstür zum Hauptgebäude des „Koch’schen Hof“ dominiert wird, macht neugierig darauf, was sich hinter dieser so dezent und doch farbenfroh gestalteten Pforte wohl alles verbergen mag, wenn man sie denn erst einmal öffnet.
Oder – treffender gesagt – „aufschlägt“. Denn hinter dieser Haustür warten Momentaufnahmen aus der Vergangenheit Seesens darauf, den Betrachter zwölf Monate lang auf dem Weg durch das Jahr 2012 zu begleiten. Und das anhand von Fotos sowie kurzen und prägnanten Texten aus der Zeit der Altvorderen, mit denen einige weitere Aspekte Seesener Geschichte auf den Punkt gebracht werden.
Da erinnert im Januar beispielsweise ein Blick in Eberhagens Saalbau an die großen Festivitäten und Veranstaltungen der Seesener Vereine und Organisationen, wartet das Februar-Kalenderblatt mit einem Foto des Hotels „Seesener Hof“ von 1935 auf, kündet im März eine kolorierte Aufnahme der Straße „Am Markt“ aus dem Jahre 1900 von der Ruhe und Beschaulichkeit, die einst im Herzen der Stadt herrschte.
Die ehemalige Fahrradhandlung Hensel in der Kleinen Reihe 18, das Haus „Lange Straße 20“, das anno 1666 erstmals Erwähnung fand, die Auto- und Motorrad-Reparaturwerkstatt von Willi Eckstein in der Frankfurter Straße, die „Fahrzeugflotte“ der „Cemosee“, also der einstigen Central-Molkerei Seesen, das Kolonialwarengeschäft Langner in der Langen Straße 37, der Laden von H. Schüler in der Jacobsonstraße 10, in dem Schokolade, Kaffee und Tee feilgeboten wurden, das 1927 abgerissene Geschäft Papenberg in der Jacobsonstraße, die Gärtnerei Lenz an der Bockenemer Straße und letztlich ein Foto von der „Eis­ernte“ auf den Teichen des Steinway-Parkes – fotografische Zeitzeugen, die nicht nur auf das Interesse der älteren Bürgerinnen und Bürgern Seesens stoßen dürften.
Denn der Kalender „Seesener Ansichten“, der bekanntlich seit sechs Jahren vom Freundeskreis Städtisches Museum auf den Markt gebracht wird, spricht auch immer mehr jüngere Vorharzstädter an. Und er gilt zudem bei ehemaligen Seesenern, die gern an die Zeit in ihrer Stadt zurückdenken, ebenfalls nicht länger als Geheimtipp.
Vor diesem Hintergrund hatte sich das Autoren-Team des Freundeskreises, Horst Scheerer und Dieter Neuse, auch in diesem Jahr wieder rechtzeitig daran gemacht, die Weichen für die nunmehr 7. Ausgabe zu stellen. Für einen Kalender, der sich nicht zuletzt als Geschenk hervorragend eignet und der ab sofort zum unveränderten Preis von 7,50 Euro in den Seesener Buchhandlungen, im Städtischen Museum und in der Geschäftsstelle des Seesener „Beobacher“ erhältlich ist.