Vorstand der Seesener Jägerschaft bestätigt

Für 40-jährige Mitgliedschaft in der Jägerschaft wurden geehrt Gustav Bokelmann, Wolfgang Meiburg, Wolfgang Franz und Wilhelm Körber (nicht im Bild). Die Verdienstnadel der Landesjägerschaft in Bronze erhielten für besonderen Einsatz in der Jägerschaft Se (Foto: bo)
 
Die Jagdhornblässergruppe der Jägerschaft Goslar. (Foto: bo)

Jahreshauptversammlung mit Hörnerklang eingeläutet / Strecke beim Schwarzwild erhöht / Ehrungen

Hörnerklang der starken Jagdhornbläsergruppe der Jägerschaft Goslar unter Leitung von Werner Miehe begrüßte Mitglieder und Gäste der Jägerschaft Seesen zur diesjährigen Jahreshauptversammlung und umrahmte auch deren weiteren Verlauf. Bei quantitativ mäßiger Beteiligung der Mitglieder hieß Vorsitzender Wilfried Faber als Gäste zahlreiche Repräsentanten von Politik, Landkreis, Stadt, benachbarten Jägerschaften, Betreiberverein des Schießstandes und Landvolk willkommen.
Seesen (bo). Mit zahlreichen Neuwahlen, Aufarbeitung der Schwerpunktthemen des vergangenen Jahres und Ausblick auf zukünftige Aufgaben galt es, ein umfangreiches Programm zu bewältigen. Und so kam der Vorsitzende auch schnell zu den Hauptthemen.
Schwarzwildbestand: Während sich die Abschusszahlen bei den anderen Wildarten im Rahmen normaler Schwankungen bewegen, konnte der Abschuss beim Schwarzwild um 50 Prozent erhöht werden. Insgesamt 830 Schwarzkittel (2010: 552) konnten die Jäger erlegen. Diese Zahlen spiegeln nicht nur einen leicht erhöhten Wildstand wider, sondern sind auch Beleg für das intensive und erfolgreiche Bemühen der Jäger um eine Regulierung. Dass hierzu immer wieder neue Ideen und Methoden notwendig sind, um das sehr lernfähige Wild zu „überlisten“, zeigte der Vizepräsident der Landesjägerschaft Ulrich Graf Hardenberg in einem Kurzreferat auf. Die Landesjägerschaft sei bemüht, über zahlreiche Modellversuche und guten Informationsfluss die Basis tatkräftig zu unterstützen. Als problematisch erwiesen sich im abgelaufenen Jahr die EU-Neuregelungen hinsichtlich der Trichinenuntersuchung. Während sich die meisten Jäger durch verbandsinterne Fortbildung für die Fleischprobennahme an erlegten Stücken „zertifizieren“ konnten – die Alternative ist ein Veterinär – ist die folgende Untersuchung der gezogenen Proben nur noch in akkreditierten Laboren zulässig. Für die Jägerschaft Seesen ist ein Labor in Halberstadt zuständig, da der Landkreis Goslar aus Kostengründen auf ein eigenes verzichtet.
Wildunfälle: 2010 ereigneten sich im Landkreis Goslar 560 Wildunfälle. Die tatsächliche Zahl dürfte erheblich höher liegen, da aus verschiedenen Gründen nicht alle Unfälle gemeldet werden. Neben volkswirtschaftlichen Verlusten durch Sachschaden schlagen hier auch immer persönliches Leid und Kummer zu Buche, wenn Personen verletzt werden. Für den Jäger bringt die Bergung von Fallwild neben Zeitaufwand zusätzlich eine persönliche Gefährdung. Die Jäger appellieren daher , die Beschilderung „Wildwechsel“ ernst zu nehmen und in unübersichtlichen Straßenabschnitten zurückhaltend zu fahren.
Erfolgsgeschichte Schießstand: Der im Vorjahr von den Jägerschaften Seesen, Gandersheim und Salzgitter im Rahmen einer Betreibergemeinschaft übernommene Schießstand am Schweinsrücken hat sich bewährt. Dank eines rührigen Schießobmanns gibt es einen regelmäßigen und intensiven Übungsbetrieb und erfolgreiche Beteiligungen bei Vergleichsschießen auf Bezirks- und Landesebene. Die Jäger erhalten Gelegenheit, sich im sicheren Umgang mit der Waffe zu stärken, um das Wild dann durch einen sauberen Schuss zur Strecke zu bringen.
Luchsbestand: Der Luchs hat sich nicht nur im Harz, sondern auch im Raum Seesen fest installiert. Bei einem Luchsbeauftragten der Jägerschaft laufen alle Meldungen über Sichtungen, Fährten und Risse auf, die dann auch an den Nationalpark weitergegeben werden.
Neuwahlen: Da sich der Vorstand einer Wiederwahl stellte und die Mitglieder offenbar mit der bisher geleisteten Arbeit zufrieden waren, konnte die Wahl schnell abgewickelt werden. Danach wurden Wilfried Faber als 1.Vorsitzender, Wolfgang Franz als 2. Vorsitzender, Uwe Peya als Schriftführer und Thomas Pohl als Schatzmeister einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Neu zu wählen war für eine Periode von fünf Jahren auch der Kreisjägermeister, der von den Jägerschaften Seesen und Goslar gemeinsam gewählt wird. Zwei Bewerber standen zur Wahl. Die Mehrheit der Stimmen in beiden Jägerschaften entfiel auf Günther Heuer-Brockmann, der nun dem Kreistag vorgeschlagen wird und von diesem zu bestätigen ist.

Für 40-jährige Mitgliedschaft in der Jägerschaft wurden geehrt Gustav Bokelmann, Wolfgang Meiburg, Wolfgang Franz und Wilhelm Körber (nicht im Bild). Die Verdienstnadel der Landesjägerschaft in Bronze erhielten für besonderen Einsatz in der Jägerschaft Seesen Hans-Ulrich Arnold und Michaela Ihme (nicht im Bild).