Wahlen zur Bildung der neuen Landessynode

Die neugewählten Landessynodalen (von links): Jürgen Hirschfeld aus Seesen, Heidemarie Neumann aus Gittelde sowie Propst Thomas Gleicher.

Propstei-Synode wählte drei neue Kandidaten und lotete künftige Gestaltungsräume aus

Am vergangenen Mittwoch trat die Synode der evangelisch-lutherischen Propstei Seesen zusammen, um die anstehenden Entscheidungen zur Bildung der neuen Landessynode zu treffen und gestaltend in die nähere Zukunft der Landeskirche zu blicken.


Die Tagung begann zunächst mit einer gemeinsamen Andacht in der Seesener St.-Andreas-Kirche. Propst Thomas Gleicher entfaltete in seiner Predigt die grundlegenden Parameter der basisbezogenen Gemeinde vor Ort. Bereits das neue Testament, so Gleicher, als auch in Verlängerung dazu die Bekenntnisse der evangelischen Kirche aus der Reformationszeit betonen die Eigenständigkeit jeder einzelnen Kirchengemeinde.
„Die kleinste Einheit der Christen ist und bleibt die Kirchengemeinde vor Ort. Von dieser Grundüberzeugung hat jede weitere Zukunftsplanung und -Gestaltung auszugehen“, so der Propst. Damit waren die Grundlinien der anschließenden Planungsdiskussion im Vorfeld gezogen. Doch zunächst standen andere Aufgaben ins Haus.
Die Mitglieder des Propstei-Vorstandes Tamara Schwarz und Pfarrerin Kathrin Reich moderierten im Kirchenzentrum einen Teil zum näheren Kennenlernen der Synodalen/Innen untereinander. Daran schlossen sich die Wahlen zur Bildung der neuen Landessynode an. Als Kandidaten standen auf der Liste: Propst Thomas Gleicher und sein Stellvertreter Johannes Koch aus Rhüden. Des Weiteren hatten sich Heidermarie Neumann (Gittelde), Jürgen Hirschfeld (Seesen), Frank Fuhrmann (Bornhausen), Carsten Reichert (Astfeld) sowie Anke von Gadenstedt (Volkersheim) zur Wahl gestellt.
Die Wahlgänge ergaben alsbald klare, wenn auch knappe Ergebnisse. Der neuen Landessynode – dem höchsten Beschluss-Gremium der Landeskirche – werden künftig angehören: Propst Thomas Gleicher, Heidemarie Neumann und Jürgen Hirschfeld.
Im Anschluss an die Wahlgänge widmeten sich die Mitglieder der Propstei-Synode noch einem wichtigen Thema mit Bezug auf anstehende Zukunftsfragen. Anhand einer Folien-Präsentation stellte Propst Gleicher die Überlegungen der Kirchenleitung, namentlich der noch amtierenden Landessynode, zur Gestaltung der Kirche vor.
Danach hat der Propsteivorstand in Zukunft die Befugnis, Pfarrstellen und Diakonenstellen im Rahmen eines vorgegebenen Budgets und Stellenplans eigenständig auf den Gestaltungsraum „Propstei“ zu verteilen. Dies eröffnet viele flexible Möglichkeiten.
Dabei aber ist und bleibt die grundsätzliche Eigenständigkeit jeder Kirchengemeinde oberste Handlungsmaxime. Ohne Einverständnis der Kirchenvorstände wird es keine wesentlichen Veränderungen geben.
Es zeichnete sich im Verlauf der anschließenden Diskussion ab, dass die Notwendigkeiten zur Bildung neuer Gestaltungsräume bereits bei den Kirchenvorständen im Grundsatz angekommen sind. Die Feinarbeit der anstehenden Reformen müsse natürlich noch geleistet werden.
Dazu hat die Propsteisynode eigens einen Struktur- und Stellenplanungs-Ausschuss ins Leben gerufen. Ihm gehören die Synodalen/Innen Birgit Brünig (Münchehof), Carsten Reichart (Astfeld), Heidemarie Neumann (Gittelde; Landessynodalin) und Jürgen Hirschfeld (Seesen; Landessynodaler) sowie Propst Thomas Gleicher an. Zusätzlich werden bis Ende November noch vier Mitglieder des Pfarrkonvents in den Ausschuss entsandt.