Warnung vor unseriösen Limitierungsangeboten

Seesener Münzensammlerverein beschäftigt sich mit Urteil des Landgerichts Braunschweigs

Seesen (li). Während des jüngsten Treffens des Seesener Münzenvereins im „Alten Fritz“ war ein Urteil des Braunschweiger Landgerichtes Hauptdiskussionsthema der Sammler. Hatte doch der Bundesverband der Verbraucherzentralen Erfolg mit einer Unterlassungsklage gegen ein namhaftes Münzhandelshaus. Nach diesem Urteil darf der Münzhändler seine Gedenkmünzen aus Silber nicht länger als „amtlich streng limitiert“ anpreisen. Denn bei einer Stückzahl von rund 1,5 Millionen könne davon überhaupt keine Rede sein, bestätigte das Gericht die Kritik der Verbraucherschützer.
Das Münzhandelshaus bot die 10-Euromünzen, bei denen es sich um gesetzliche Zahlungsmittel der Bundesrepublik handelt, in sechs verschiedenen Motiven an; und das mit einer Stückzahl im Millionenbereich je Motiv. Dies sei, so heißt es in der Entscheidung, gerade das Gegenteil einer strengen Limitierung. Mit solchen Begriffen wie „streng limitiert“ und „begehrte Sammlerobjekte“ sowie „einmalige Chance auf Wertsteigerung“ werde in den Werbeschreiben sowie im Internet aber der Eindruck erweckt, dass es sich bei diesen Münzen um ein besonders knappes Gut handle, heißt es in dem Urteil. Für den nicht sachkundigen Verbraucher beziehungsweise Käufer sei diese Werbung irreführend, begründeten die Richter.
Der Vorsitzende des Münzenvereins Horst Schiller rät dazu, dass die Eigentümer dieser Stücke, die häufig Väter oder Angehörige für eine gute Geldanlage gehalten und für ihre Kinder beziehungsweise Nachkommen gesammelt haben, sich in Zweifelsfällen vor Ort beraten lassen sollten.
Schiller empfiehlt, Silbermünzen der Bundesrepublik nur bei Banken und hier zum Nennwert bei Ausgabe zu erwerben. Und besonders bei diesen Stücken sind hier auch nur die „ersten fünf“, nämlich die Ausgaben „Germanisches Museum; Schiller; Markgraf; Eichendorff und Fichte“ von besonderem Sammlerwert. Alle anderen Sonderprägungen mit Nennwert von 5 DM sind in Auflagenhöhe zwischen 2 und 8 Millionen Stücken geprägt worden!
Die 10 DM-Sondermünzen sind zwischen 7 und 8 Millionen Stücken aufgelegt worden.
Und bei den seinerzeit sechs sehr begehrten 10 Mark-Sonderprägungen anlässlich der Olympiade 1972 in München wurden gar über 4 Millionen je Prägestätte D, F, G und J geprägt – also haben auch diese hier so gut wie keinen Sammlerwert. Dennoch ist das Sammeln von BRD-Münzen ein recht verbreitetes Hobby; sind doch diese nicht nur Erinnerung und Andenken, sondern spiegeln auch ein Stück der Geschichte und Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland wider.