Was geschieht mit dem Ratskeller?

Die Zukunft des Ratskellers steht zur Debatte. Wird das denkmalgeschützte Gebäude an einen privaten Investor verkauft oder bleibt es weiterhin im Besitz der Stadt Seesen.

Soll die Stadt Seesen die Immobile verkaufen oder nicht? / Bürgermeister sucht Gespräch mit den Fraktionen

Seit geraumer Zeit beschäftigen sich die politischen Entscheidungsträger der Stadt Seesen mit einem potenziellen Verkauf eines der historisch bedeutsamsten Gebäude der Stadt Seesen, dem Ratskeller.

Die Verwaltung hatte bereits vor einiger Zeit den Vorschlag gemacht, den Ratskeller mitsamt Nebengebäude an einen privaten Investor zu veräußern.
Bürgermeister Erik Homann spricht sich für einen Verkauf aus. Die Gründe sind durchaus nachvollziehbar. Die Instandhaltung kostet die Kommune Geld, das auch in Zukunft immer wieder investiert werden müsse. Und eine städtische Nutzung wie beispielsweise im Falle des Rathaues oder des Städtischen Museums sind hier nicht gegeben. Der Ratskeller wird einzig als Gastronomiebetrieb genutzt. 
Der Verwaltung liegt seit ein paar Wochen bereits ein konkretes Kaufangebot eines privaten Investors vor – Zielrichtung der Stadt ist in diesem Zusammenhang weiterhin die gastronomische Nutzung. Derzeit wird der Ratskeller bekanntlich von der Familie Sachse als Restaurantbetrieb geführt.
Wie Bürgermeister Erik Homann auf Nachfrage des Seesener „Beobachter“ erklärte, könne ein privater Käufer Geld investieren, das sonst die Steuerzahler aufbringen müssten. Handlungsbedarf besteht, weil der potenzielle Käufer auf der anderen Seite auch Gelder aus dem Fördertopf für die städtische Sanierung erhalten könnte, und daher ein Kauf natürlich lukrativer erscheint. Dass das Gebäude in privater Hand, seinen Charakter verliert, scheint nicht zu bestehen, da es ein denkmalgeschütztes Gebäude ist. All das wurde bereits im Verwaltungsausschuss auf den Tisch gebracht.
Allen voran die SPD-Fraktion war inhaltlich noch nicht überzeugt, ob denn ein Verkauf des Ratskellers überhaupt das erforderliche Mittel für die zukünftige Nutzung des Ratskellers sei. Hinzu komme, dass es auch einen bestehenden mittelfristigen Pachtvertrag für den Ratskeller gäbe. Des Weiteren nahm man dann auch mit einigem Erstaunen die Art und Weise der erfolgten Bietersuche zur Kenntnis. Denn diese habe lediglich im örtlichen Bereich und nicht im Rahmen einer, wohl sonst eher üblichen, überregionalen Ausschreibung stattgefunden. Alles Punkte, die noch einmal besprochen werden müssen, weshalb Bürgermeister Erik Homann den Punkt von der Tagesordnung der bevorstehenden Ratssitzung der Stadt Seesen noch einmal streichen ließ. Er will das Thema vorher innerhalb der Fraktionen erörtern.
Ob sich die Stadt mit einem Verkauf von einer kostenintensiven Immobilie verabschieden würde, oder hier das vielzitierte Tafelsilber verscherbelt wird, muss von den Ratsmitgliedern gegeneinander abgewogen werden. Hinzu kommen, wie von der SPD richtig erkannt, weitere Fragen, nämlich die Frage nach dem Pächter.