„Was lange währt, wird endlich gut!”

Wolfgang Keunecke (Volksbank), Jochen Bremer (Steinway-Verein Wolfshagen) sowie die beiden Bürgermeister Erik Homann aus Seesen und Ingo Henze aus Langelsheim (von links nach rechts) weihten am Sonnabendvormittag in Wolfshagen den Steinway-Trail ein.

Kulturhistorischer Wanderweg „Steinway-Trail“ verbindet die Regionen Langelsheim und Seesen

Das gemeinsame Projekt der Städte Langelsheim und Seesen, der kulturhistorische Steinway Trail, ist fertiggestellt und wurde am vergangenen Sonnabend feierlich eingeweiht. Der insgesamt 14 Kilometer lange Wanderpfad verläuft bekanntlich zwischen Wolfshagen im Harz, dem Geburtsort des Firmengründers Heinrich E. Steinweg, und Seesen – und er informiert interessierte Wanderer über die Geschichte der Familie Steinway und den Klavierbau. Die kulturhistorische Arbeit oblag dem Verein Wolfshäger Steinway und dem Stadtmarketing Seesen, während die Streckenführung durch den Harzklub und das Forstamt erfolgte.

Damit dieser Weg überhaupt entstehen konnte, haben neben den Städten Langelsheim und Seesen auch die VR-Stiftung der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Norddeutschland und die Volksbank in Langelsheim und Seesen insgesamt 10.000 Euro gefördert.
Während der Einweihungsfeierlichkeiten sprachen die Bürgermeister der Städte Langelsheim und Seesen, Ingo Henze und Erik Homann, Grußworte. Henze begrüßte in der Wolfshäger Festhalle zunächst die zahlreichen Wanderer und natürlich auch einige Ehrengäste, darunter MdB Uwe Lagosky (CDU), MdL Alexander Saipa, Hans-Heinrich Schalkowskie von der Firma Steinway & Sons in Hamburg, Jochen Bremer vom Wolfshäger Steinway-Verein und natürlich auch die Vertreter des Seesener Stadtmarketings, und hier allen voran Mandy Graul, die maßgeblich an der Umsetzung des Projektes beteiligt gewesen war.
„Was lange währt, wird endlich gut”, sprach Henze mit Blick auf die lange Zeit der Planung, Finanzierung, Genehmigung und Umsetzung des Steinway-Trails. Die Idee stammt nämlich bereits aus dem Jahr 2011. Der Steinway-Trail verbindet die Geburtstätte Heinrich Engelhard Steinwegs, Wolfshagen, mit seiner ersten Wirkungsstätte Seesen. Sowohl Henze als auch später Erik Homann riefen das Lebenswerk Steinwegs und die Geschichte der Firma Steinway & Sons während der Einweihung noch einmal in Erinnerung. Steinweg wurde am 15. Februar 1797 in Wolfshagen geboren als Sohn eine Köhlermeisters. Als ausgebildeter Tischlermeister zog es ihn im Alter von 28 Jahren nach Seesen. Als begnadeter Instrumentenmacher fand er seine Profession im Klavierbau. Sein Name ist heute weltweit ein Inbegriff für Klavierbau in höchster Präzision.
Erik Homann wusste zu berichten, dass Heinrich Engelhard Steinweg den heutigen Wanderweg selbst gegangen sein soll, um seine Geliebte Julia Thiemer in Seesen zu besuchen. Er berichtete in knappen Worten wie der Lebensweg Steinwegs nach seiner Zeit in Wolfshagen verlief bis er schließlich im Alter von bereits 53 Jahren nach New York auswanderte. Dort arbeitete Steinweg gemeinsam mit seinen drei Söhnen zunächst in amerikanischen Piano-Manufakturen, um sich später selbständig zu machen.
Aus der Hinerhof-Manufaktur wurde schließlich ein weltweit erfolgreiches Unternehmen mit Niederlassungen in London und Hamburg. In den ersten Jahren wurden bereits 50.000 Klaviere gebaut. Heute ist die Firma Steinway & Sons unangefochtener Weltmarktführer bei hochwertigen Konzertflügeln in den Konzerthäusern dieser Welt. Und nun gibt es einen Wanderweg, der den Namen des großen Klavierbauers trägt und Homann wünschte diesem viel Aufmerksamkeit und viele neugierige Wanderer zwischen den beiden Städten Wolfshagen und Seesen. Sein Dank ging an die Unterstützer des Projektes, namentlich nannte der Bürgermeister da das Stadtmarketing, den Steinway-Park-Verein, den MTV und den Harzklubzweigverein Seesen, die Harzwasserwerke und die Niedersächsischen Landesforsten. Ein Dank ging ferner an Wieland Wetzel, der für die Infotafeln verantwortlich zeichnete.
Wolfgang Keunecke, Vorstandsmitglied der Volksbank in Seesen, dankte in seinem Grußwort ebenfalls allen Beteiligten für die Organisation und die Verwirklichung der Idee des Steinway Trails. „Der Steinway Trail verbindet die beiden Regionen unseres Geschäftsgebiets, Langelsheim und Seesen, miteinander“, erklärte Wolfgang Keunecke anlässlich der Einweihung am Sonnabendvormittag.
Der neue Wanderpfad bietet Wanderfreunden und Steinway-Interessierten ab sofort die Möglichkeit, sich mit der Geschichte der Familie Steinweg auseinanderzusetzen. Von Wolfshagen im Harz aus nennt sich der Pfad Steinweg-Pfad, während er von Seesen aus als Steinway-Trail benannt wird. Somit wird die Entwicklung des Namens Steinweg zu Steinway verdeutlicht. Untermalt wurde die Veranstaltung mit musikalischen Werken, von Nicole Barnert vorgetragen – natürlich auf einem Steinway-Flügel.