Was tun bei psychiatrischen Notfällen?

Die Referenten (von rechts): Priv.-Doz. Dr. med Knut Schnell (Ärztlicher Direktor, Asklepios Fachklinikum Göttingen) und Prof. Dr. med. Mark Obermann (Direktor des Zentrums für Neurologie, Asklepios Kliniken Schildautal).

Psychiatrische Notfälle stellen für Ärzte und medizinisches Personal eine große Herausforderung dar. Der richtige Umgang mit psychiatrischen Notfallpatienten stand im Focus des Seesener Neurologie Dialoges am vergangenen Mittwoch in Seesen. Gemeinsam mit dem Seesener Ärzteverein hatte Prof. Dr. med. Mark Obermann, Direktor des Zentrums für Neurologie in den Asklepios Kliniken Schildautal, zum Neurologie Dialog geladen. Diese Veranstaltungsreihe gehört zum regelmäßigen Fortbildungsangebot der Klinik.

Priv.-Doz. Dr. med. Kurt Schnell, Ärztlicher Direktor des Asklepios Fachklinikums für Psychiatrie und Psychotherapie in Göttingen erläuterte den richtigen Umgang mit psychiatrischen Notfallpatienten. Der Seesener Neurologie Dialog fand bereits zum vierten Mal statt. Dieses Fortbildungsformat beschäftigt sich jeweils mit einem ausgewählten, aktuellen, kritischen, kontroversen oder besonderen wichtigen Themengebiet der Neurologie. Dieses Mal stand der „psychiatrische Notfall“ auf dem Plan. Privat Dozent Dr. med. Kurt Schnell zeigte auf anschauliche Weise, wie man als ärztlicher Kollege in der Klinik, im Rettungsdienst und in der eigenen Praxis einen Zugang zu psychisch erkrankten Patienten findet. Psychiatrische Notfallsituationen sind häufig und bedeuten für Ärzte und medizinisches Personal eine hohe Herausforderung. Meist präsentieren sich zunächst Symptome, wie zum Beispiel Angst, Selbstmordgedanken oder Desorientierung, die nicht sofort einer Krankheitsentität zugeordnet werden können. Auch mit nichtmedikamentösen Maßnahmen kann viel zu diagnostischer Einschätzung und Stabilisierung getan werden. Falls dies nicht ausreicht wurden unterschiedliche Notfallmedikamente vorgestellt die den unterschiedlichen Krankheitsbildern gerecht werden.

Auch auf die rechtlichen Aspekte der geschützten Unterbringung wurde in diesem Zusammenhang noch einmal ausführlich eingegangen und klargestellt, dass dies hauptsächlich und in den allermeisten Fällen zum Schutz des Patienten geschieht und strengen juristischen Regeln unterliegt.

Die teilnehmenden Ärzte hatten im Anschluss an den interessanten und umfassenden Vortrag Gelegenheit Fragen und Anregungen zu diesem Thema zu geben, wie es das Format des Seesener Neurologie Dialogs vorgibt. Hier wurden viele Fragen zum praktischen Vorgehen an konkreten und meistens selbst erlebten Beispielen geklärt. Die offene Diskussionsrunde wurde rege genutzt.