Waschbretter, tanzende Teufel und ein Labor

Selber ausprobieren stand bei der Führung durch die Wasserausstellung im Vordergrund. Fotos: Strache
 
Vor der Waschmaschine war das Waschen harte Handarbeit.

Wasseraustellung im Museum wird durch ein Wasserlabor ergänzt / Angebot für Schulen und Kindergärten

Von Maximilian Strache,
Seesen

Das Wasser zum Waschen und Trinken da ist, bei Temperaturen unter null Grad gefriert und bei sehr hohen Temperaturen verdampft, das weiß eigentlich jedes Kind. Doch dass Wasser auch eine Haut hat, mit manchen Stoffen oder Flüssigkeiten besser kann als mit anderen oder welche Bedeutung Wasser für die Menschen hatte als das Wasser noch nicht aus der Leitung sprudelte, das können die Kinder der Seesener Grundschulen und Kindergärten nun im Städtischen Museum erfahren.
Sandra Kästner und Manuela Wengelnik haben im Zuge der Sonderausstellung „Wasser – Element des Lebens in Südniedersachsen“, die noch bis zum 6. Mai im Museum zu sehen ist, ein Wasserlabor mitgebracht anhand dessen die Kinder selber ausprobieren können, mit welchen Stoffen/Flüssigkeiten Wasser eine Verbindung eingeht und mit welchen eben nicht.
Doch bevor es für die rund 15 kleinen Besucher aus dem Kindergarten St. Annenstraße ins Labor ging, wurden sie von Sandra Kästner und Manuela Wengelnik auf eine spannende Reise mitgenommen.
Zu Beginn wurde erst einmal mit Hilfe von Wasser musiziert. Wie das geht? Ganz einfach. Man nehme Gläser unterschiedlicher Größe und Form, befülle sie mit Wasser, befeuchte den Finger und streiche über den Rand. Schon entstehen Töne unterschiedlichster Ausprägung.
An ihrer zweiten Station bekamen die kleinen Museumsbesucher die Funktionsweise eines Wasserrades erklärt und bekamen nebenbei noch ganz einfache Tricks mit auf den Weg, wie sie selber ein Wasserrad in Windeseile basteln können. Dafür reicht eine Konservendose, ein kleiner Holzstab, ein Korken und etwa acht kleine Schnipsel aus Kunststoff. Den Stab durch den Korken gebohrt, die Kunststoffschnipsel wie eine Schaufel gebogen am Korken befestigt und das ganze durch die Dose stecken. Fertig ist das Wasserrad.
Nur eine Treppe höher erfahren die Kinder wie mühsam früher die Beschaffung von Wasser oder das Waschen der Wäsche war. Unter anderem dürfen die „Nachwuchswissenschaftlicher“ mit einem antiken Waschbrett auf Tuchfühlung gehen und einen alten Zinkschuber (Badewanne) austes­ten.
Im Flur, kurz hinter dem Eingang in die Steinway-Ausstellung, bleiben sie vor ei- nem in einem Wasserbehalter tanzenden Teufel stehen. „Da ist eine Schnur dran oder das funktioniert mit einem Magneten“, vermuten sie. Doch Wengelnik erklart, der Teufel sei aus Glas und innen hohl und habe ein Loch im Schwanz: „Das Wasser lauft in den Teufel, wenn oben auf den Gummipfropfen auf der Flasche gedrückt wird, er wird schwerer und sinkt. Wird der Pfropfen losgelassen, dann lauft das Wasser heraus und der Teufel kommt wieder nach oben“, erläutert Wengelnik.
Zum Schluss legen die Kinder im Wasserlabor selbst Hand an: Aus Wasser Öl und Tinte stellen die Kinder ein Gemisch her, an dem zu erkennen ist, welche Flüssigkeiten nun mit Wasser gut können und welche nicht.
Interessierte Schulen und Kindergärten können sich im Städtischen Museum über diese Führungen informieren und und einen Termin vereinbaren. Erreichbar ist das Museum unter der Rufnummer (05381) 48891.