„Wasser ist alles, ohne Wasser ist alles nichts“

Anno 1910 in der Straße „Sack“ in Seesen – eine Pumpe stellte hier für ein bestimmtes Gebiet die Wasserversorgung sicher. Und diente zugleich als „Treffpunkt“.

Freundeskreis Städtisches Museum und Stadt laden zu Vortrag ein – Dieter Neuse referiert am 9. Februar

Seesen (poe). „Element des Lebens in Südniedersachsen – Wasser“: Unter diesem auf den ersten Blick durchaus regionalen Motto wurde bekanntlich am 24. Januar in den Räumen des Städtischen Museums in Seesen eine Ausstellung eröfffnet, in deren Verlauf das Thema „Wasser“ denn auch vorrangig unter lokalen und regionalen Gesichtspunkten behandelt wird; aber nicht nur.
Ob es der Bürgermeister der Stadt Seesen, Erik Homann, oder aber der Vorsitzende des Museumsverbundes Südniedersachsen, Professor Dr. Gerhard Ströhlein, waren – übereinstimmend unterstrichen sie im Rahmen der Vernissage die Bedeutung des Wassers für das Leben auf diesem Planeten und mahnten denn auch, nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Klimawandels mit den bereits in vielen Teilen der Erde sichtbaren dramatischen Folgen, einen sensibleren Umgang mit diesem keineswegs unendlichen Lebensmittel an.
Diese Ausstellung nun, vom Museumsverbund Südniedersachsen initiiert, wird maßgeblich von einem Rahmenprogramm begleitet, für das der „Freundeskreis Städtisches Museum“ verantwortlich zeichnet. Da steht beispielsweise am Donnerstag, 29. März, eine Exkursion zum Grane-Wasserwerk der Harzwasserwerke auf dem „Fahrplan“; lädt man für Mittwoch, 18. April, zu einer Veranstaltung unter dem Motto „Omas Waschtag“ ein, die sich insbesondere an den Nachwuchs richtet; ist am Dienstag, 24. April, eine Besichtigung des historischen Wasserhochbehälters im Verlauf der „Lautenthaler Straße“ angesagt, und am Sonnabend, 5. Mai, schließlich ein Rundgang auf dem Wasserlehrpfad.
Eingeläutet wird dieses Rahmenprogramm übrigens schon am Donnerstag, 9. Februar, um 19 Uhr, mit einem Vortrag, den Dieter Neuse, ehemaliger Prokurist der Versorgungsbetriebe Seesen, hält, und bei dem allein schon der Titel für sich spricht: „Wasser ist alles, ohne Wasser ist alles nichts“.
Nach einer kurzen Einführung in die Gesamt-Thematik steht dann zunächst einmal die „Geschichte des Wassers“ bis zum Jahre 1872 in Seesen im Fokus. Dieter Neuse wird in diesem Zusammenhang unter anderem von den Brunnen und Pumpen im Stadtgebiet, vom hygienischen „Selbstverständnis“ der Altvorderen und vom hohen Stellenwert der Brunnen als Treffpunkt und Informationsbörse der Bürger, von den Brunnengemeinschaften und deren hierarchischen Strukturen sowie von der „Kleinen Schil­dau“ zu künden wissen. Arrondiert von Diapositiven, und immer wieder festgemacht an kleinen Episoden und Anekdoten.
Doch es geht auch um die Eisenbahn und deren Wasserbedarf in einer Zeit, in der das „eherne Dampfross“ mit Blick auf die Harzstadt noch eine überaus wichtige Rolle spielte. Darüber hinaus wird Dieter Neuse die zentrale Wasserversorgung seit dem Jahre 1882 und deren kontinuierliche Entwicklung bis zur Gegenwart skizzieren.
Dass in seinem Vortrag zudem der Brandschutz und die Löschwasser-Versorgung in einer vom „Roten Hahn“ immer wieder arg gebeutelten Stadt nicht fehlen dürfen, das versteht sich fast von selbst. Gleiches gilt für die „Industrie und das Wasser“ – aufgezeigt an den Beispielen „Züchner“ und „Sieburg & Pförtner“.
Auch Dieter Neuse wird sich schließlich warnend und mahnend zu Wort zu melden. Er, der sich – beruflich – über viele Jahrzehnte hinweg nicht nur auf der lokalen Ebene intensiv und engagiert mit dem Thema „Wasser“ befasste, und der schon frühzeitig die Probleme erkannte, mit der die Menschen weltweit immer stärker konfrontiert wird, will angesichts der zunehmenden Verschmutzung des Wassers und dessen dramatischer Verknappung darauf aufmerksam machen, dass es auch hier bereits „fünf Minuten vor zwölf“ ist. Und er wird bei dieser Gelegenheit nicht ausschließen wollen, dass vielleicht schon in einer relativ nahen Zukunft der „Kampf ums Wasser“ das gegenwärtige Ringen um die Erdöl- und Erdgas-Ressourcen bei Weitem in den Schatten stellen dürfte.
Es ist also ein interessanter Vortrag, der am 9. Februar „ins Haus“ steht – der „Freundeskreis Städtisches Museum“ und die Stadt Seesen laden dazu herzlich ins Museum ein.