Weg freigemacht für ein Altenheim

Der Stadrat stimmte dem Verkauf des VfL-Sportplatzes zu.

Stadtrat stimmt für den Verkauf des ehemaligen Sportplatzes / Radverkehrskonzept soll umgesetzt werden

Erstmals in diesem Jahr kam der Rat der Stadt Seesen am vergangenen Mittwoch im Bürgerhaus zusammen. Einer der insgesamt 20 Tagesordnungspunkte war die Verabschiedung von Bernd Theuser. Er hatte sein Amt zum 11. März niedergelegt. Sein frei gewordener Sitz ging wie erwartet auf Ronald Wendt über. Der Verkauf des ehemaligen Sportplatzes an der Kurparkstraße wurde von den Ratsmitgliedern einstimmig beschlossen. Einstimmigkeit herrschte auch darüber, dass die Belange des Radverkehrs bei künftigen baulichen und verkehrlichen Maßnahmen besonders berücksichtigt werden.

„Mein Herz wird weiterhin in Seesen bleiben und hier schlagen. Es herrschte im Rat immer ein sympathisches Arbeitsverhältnis“, sagte Bernd Theuser, der sein Amt wegen seines bevorstehenden Umzuges niederlegen musste, in seiner kurzen Abschiedsrede. Als Ersatz für ihn nahm Ronald Wendt den frei gewordenen Sitz ein. Einstimmig hatte der Rat den Verkauf des ehemaligen Sportplatzes an der Kurparkstraße beschlossen. Auf dem Gelände soll eine Alten- und Pflegeeinrichtung mit zirka 90 Plätzen gebaut und betrieben werden. Die Einrichtung soll als zweigeschossiges Gebäude mit Staffelgeschoss, parallel zur Kurparkstraße, errichtet werden. Im Zusammenhang mit dem Abriss des Sportplatzgebäudes am Kurpark wurden Bodenbelastungen festgestellt. Um die weiteren Nutzungsmöglichkeiten des Grundstückes feststellen zu können, wurde der Boden des ehemaligen Sportplatzes jedoch bereits durch eine Fachfirma begutachtet. Vor dem Hintergrund der mit der Eröffnung der Pflegeeinrichtung einhergehenden zusätzlichen Arbeitsplätze und dem sich durch den demografischen Wandel abzeichnenden zunehmenden Bedarf an zeitgemäßen Alten- und Pflegeeinrichtungen, entschied sich der Rat für den Verkauf des ehemaligen Sportplatzes.
Bereits am 23. Juli 2014 stellte die Stadt Seesen ihr Radverkehrskonzept in einer öffentlichen Veranstaltung der Öffentlichkeit und der Politik vor. In dem Konzept zur Verbesserung der Wegeinfrastruktur im Radverkehrsnetz werden entsprechende Maßnahmen empfohlen. Einzelne Handlungsfelder auf der Grundlage des Radwegenetzes sind beispielsweise die Anpassung der Beschilderung an die aktuelle Straßenverkehrsordnung, die Einrichtung von Radfahrstreifen, veränderte Radwegführungen an Knotenpunkten, die Öffnung von Einbahnstraßen für Radfahrer sowie die Ausweisung von Fahrradstraßen. Dadurch sollen sich neben Einheimischen auch Radtouristen im Stadtgebiet zurechtfinden. Durch weitere Angebote wie eine Luftdrucktankstelle, eine Lademöglichkeit für E-Bikes und Schließfächer könnte ein herausragendes Angebot für die einheimische Bevölkerung und die Radtouristen entstehen. Die Gesamtkosten aller Maßnahmen werden überschlägig auf rund 1,6 Millionen Euro beziffert, wobei auf die Stadt Seesen zirka 440.000 Euro entfallen würden.
Die Maßnahmen mit geringem beziehungsweise mittlerem Aufwand wie beispielsweise Beschilderung oder Markierungen würden zu einem Großteil im Rahmen der allgemeinen Straßenunterhaltung abgewickelt werden können. Dem Beschlussvorschlag, die Belange des Radverkehrs bei künftigen baulichen und verkehrlichen Maßnahmen besonders zu berücksichtigen stimmten alle Ratsmitglieder zu. Besonders sollen hierbei die Empfehlungen des Radverkehrskonzeptes im Rahmen der rechtlichen und finanziellen Möglichkeiten systematisch umgesetzt werden.