Wege zur Kunst

Die Reisenden nahmen an vielen interessanten Führungen, hier vor dem Neuen Museum, teil.

Verein „Konzerte-an-St.Andreas“ reist von Seesen nach Berlin

„Die Zeiten ändern sich und wir uns mit ihnen“, unter dieses Motto stellte ein Teilnehmer resümierend die diesjährige Kulturreise des Vereins „Konzerte-an-St.Andreas“ nach Berlin – bereits die zweite mit diesem Ziel.
Dass die deutsche Hauptstadt wegen ihrer bewegten Geschichte ein besonders gutes Beispiel für Veränderungen ist, konnten die Kunstreisenden während eines verlängerten Wochenendes zum 25. Jahrestag der Deutschen Einheit erneut feststellen. Nachdem die erste Reise im Jahr 2008 die sensationelle neue Hauptstadt der 1990er Jahre im Blick hatte, stand im Mittelpunkt der diesjährigen Reise die Entwicklung der Kunst von der Renaissance bis zur Moderne. Es ging also zum guten Teil in die so unterschiedlich ausgerichteten Häuser der Berliner Museenlandschaft, die nicht unwesentlich mit dafür sorgen, dass die deutsche Hauptstadt als Kunst- und Kulturmetropole von Weltrang angesehen werden kann.
Es gab sehr gute Führungen in der Liebermann-Villa am Wannsee, der Ausstellung über das neue Berlin der Nachkriegszeit in der oft übersehenen, hinter dem Jüdischen Museum etwas versteckt liegenden Berlinischen Galerie und ganz besonders in der Mondrian-Ausstellung im Martin-Gropius-Bau. Aber es gab auch die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen in der aufsehenerregenden Botticelli-Ausstellung in der Gemäldegalerie, im Museum Berggruen am Charlottenburger Schloss. Dazu kamen aufschlussreiche Informationen durch den Berlinkenner und künstlerischen Leiter des Vereins, Martin Weller, der sich der Alten Nationalgalerie und des Chipperfield-Umbaus im Neuen Museum auf der Museumsinsel besonders annahm.
Auch sportliche Leistungen wurden von den Kunstreisenden bei der Besteigung der Aussichtsplattform des Berliner Domes verlangt; der Blick über die Stadt bei wunderbarem Spätsommerwetter ließ die Anstrengung jedoch schnell vergessen.
Abends frönte man der leichten Muse in der Komischen Oper und wurde durch die absolut „angesagte“ Musical-Operette „Ball im Savoy“ von Paul Abraham in die Welt der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts versetzt. Sicher trugen auch die entspannenden Restaurant- und Cafebesuche sowie das angenehme, zentral gelegene Hotel zur Zufriedenheit der Teilnehmer bei.
Die Teilnehmer können wieder auf eine gelungene Reise zurückblicken, bei der sich vor allen Dingen neue und teilweise unerwartete Blicke auf vieles eröffnete, was man zu kennen glaubte, wie der Vorsitzende des Vereins, Werner Heindorf, in seinem Dank an das Ehepaar Weller betonte, das die Reise geplant und organisiert hat. Schon jetzt ist die Spannung groß, wohin die Reise im Jahr 2016 gehen wird.