„Weihnachten im Klee, Ostern im Schnee“

Roswita Voß aus Seesen: „Ich habe dem Winter gekündigt, aber er will die Kündigung einfach nicht annehmen!“

Beobachter- Blitzumfrage zum Frühlingsbeginn: „Können Sie den Schnee und die Kälte eigentlich noch ertragen?“

Gestern war der 21. März. Die Sonne stand direkt über dem Äquator. Jetzt hat sie sich schon ein bisschen nach Norden bewegt. Der Frühling ist da. Und er wird mit jeder Menge Schnee begrüßt. Der „Beobachter“ hat sich pünktlich zum Frühlingsbeginn in der Innenstadt umgehört und die Frage gestellt: „Können Sie den Schnee eigentlich noch ertragen!?“ „Absolut nein!“, sagt Ros­witha Voß. Die Seesnerin hat nach eigenen Angaben dem Winter ihre Kündigung geschickt, aber „er nimmt sie einfach nicht an.“ Das Wetter sei wie im Januar und auch das geplante „Angrillen“ muss wohl noch auf unbestimmte Zeit verschoben werden.
Auch Erika Miehe hat vom Schnee und den kalten Temperaturen die Nase gestrichen voll. Das ständige Schneeräumen am frühen Morgen geht der Bornhäuserin gehörig gegen den Strich. Außerdem steigt der Heizölbedarf, und bei den hohen Ölpreisen sei das natürlich doppelt ärgerlich. Aber eigentlich, so erklärt Erika Miehe, hätte man schon zu Weihnachten ahnen können, dass es jetzt noch Schneeefall gibt, denn ein altes Sprichwort hat sie gleich parat: „Weihnachten im Klee, Ostern im Schnee“, lautet diese Bauernregel, und wer sich zurück erinnert weiß, dass Weihnachten 2012 kein Flöckchen vom Himmel gefallen war.
Horst Widera indes findet den Winter auch im Frühling noch herrlich, auch wenn alle anderen schimpfen. „Ich muss sagen, wir hatten einen sehr schönen Winter und meinetwegen darf er noch ein paar Tage bleiben!“ Das liegt vielleicht auch daran, dass er nur vor die Tür geht, wenn er muss. „Nach draußen gehe ich eben nur, wenn ich Lust habe“.
Damit er sich mit seinen Mitmenschen keinen Ärger einhandelt, ergänzt Horst Widera zum Schluss: „Ab Ostern darf dann aber der Frühling kommen!“
„Kälte und Schnee sind im März schon etwas Ungewöhnliches“, berichtet auch Wolfgang Garz. Er muss es wissen. Der 85-jährige Seesener hat früher viel Wintersport betrieben und kann sich an die Bedingungen gut erinnern. „Meist ging das im Februar am besten. Da sind wir Ski gewandert“, erinnert er sich. „Der Frühlings steht in den Startlöchern“, vertröstet er alle, die die Geduld verlieren. In ein paar Tagen gibt es ganz viel Sonnenschein, ich bin ein Optimist“, sagt Wolfgang Garz abschließend. Hoffen wir, dass er Recht behält...