Welpe verstarb an Magen-Darm-Infekt

Der elf Wochen alte Cocker Spaniel, der auf den Namen „Pitu“ hörte, verstarb laut Aussage von Tierarzt Dr. Thomas Grammel an einem Magen-Darm-Infekt. Gift war nicht die Ursache für den Tod des jungen Tieres.

Giftköder ist nicht Ursache für Tod eines Hundes / Halter sollten weiter die Augen offen halten

Seit einigen Tagen machen im sozialen Netzwerk „facebook“ Gerüchte die Runde, dass in und um Seesen vergiftete Köder ausgelegt wurden, die vor allem auf Hunde abzielen. Am Montag erreichte die emotionsgeladene Diskussion dann ihren vorläufigen Höhepunkt als eine 29-jährige Seesenerin auf ihrem facebook-Profil die traurige Nachricht veröffentlichte, dass ihr elf Wochen alter Welpe vermutlich an einer Vergiftung durch einen dieser Köder gestorben ist.

Der „Beobachter“ hat in der Folge Kontakt zu der Hundehalterin aufgenommen und sich die Situation rund um den Todesfall schildern lassen.
Wie der 32-jährige Ehemann (beide möchten nicht namentlich erwähnt werden) dem „Beobachter“ bei einem Telefonat am Dienstagabend erklärte, sei man am Sonnabend mit dem Hund im Kurpark und in der Feldmark in Richtung Hahausen spazieren gewesen. Nach dem Spaziergang verhielt sich der elf Wochen alte Cocker Spaniel, der auf dem Namen Pitu hörte, merkwürdig. Weder wollte das Tier etwas essen noch wirkte er so agil wie sonst. Der Hund lag relativ regungslos herum und schlief die meiste Zeit. Dabei beobachteten die Hundebesitzer ein ungewöhnliches Zucken in der Muskulatur des Tieres. Das könne bei Welpen zwar durchaus vorkommen, machte die beiden jedoch ob der Intensität und Dauer stutzig. Als die Symptome auch am Sonntag nicht abklangen, machten sich die Seesener auf den Weg in die Praxis von Tierarzt Dr. Thomas Grammel in Osterode. Dr. Grammel untersuchte den Hund und vermutete einen Infekt, den er zunächst mit dem Setzen von Spritzen behandelte.
Leider stellte sich auch nach dieser Behandlung keine Besserung ein, sodass die 29-jährige Hundehalterin am Montagmorgen erneut Tierarzt Dr. Grammel aufsuchte. Der erfahrene Tiermediziner bereitete sofort alles für eine Operation vor, um das Tier zu retten. Leider kam für den Welpen jede Hilfe zu spät. Das Tier verstarb während der OP.
Das Seesener Ehepaar ist davon überzeugt, dass ihr Hund einem Giftanschlag zum Opfer fiel und auch andere Hundehalter wachen Auges unterwegs sein sollten.
Der „Beobachter“ fragte auch bei Tierarzt Dr. Thomas Grammel nach, um in Erfahrung zu bringen, wie sich Hundehalter schützen können. Dr. Grammel sagte jedoch, dass Gift höchstwahrscheinlich nicht die Todesursache war. „Es ist davon auszugehen, dass der Welpe an einem Magen-Darm-Infekt verstarb, der aktuell grassiert.“ Nicht nur die Symptome hätten laut Dr. Grammel auf eine solche Erkrankung hingewiesen, sondern es wurden auch keine Anzeichen für eine Vergiftung gefunden. „Grundsätzlich kann ich die Panik der Hundehalter verstehen. In diesem Fall ist es aber wohl kein Gift gewesen. Sollten Tierhalter aber ungewöhnliche Beobachtungen machen, sollten sie umgehend den nächsten Tierarzt aufsuchen“, sagt Dr. Grammel.
Das Seesener Ehepaar habe laut Aussage des Osterode Tierarztes grundsätzlich alles richtig gemacht: „Sie haben schon am Sonntag die Notfallsprechstunde besucht. Leider konnte dem Tier aber nicht mehr geholfen werden, was auch daran liegt, dass ein so junges Tier noch nicht über das Immunsystem eines älteren Hundes verfügt.“
Das Seesener Ehepaar ist gestern nun zur Polizei gegangen und hat Anzeige gegen unbekannt erstattet. Und auch, wenn im vorliegenden Fall vermutlich nicht Gift ursächlich für den Tod des Tieres verantwortlich war, so sollten Hundebesitzer die Augen offen halten und ihre Entdeckungen unverzüglich der Polizei melden. Nur so kann dem Treiben von möglichen Hundehassern ein Riegel vorgeschoben werden.