Wenn Pflanzen reden könnten...

Das Frauenfrühstück der Seesener Landfrauen hat mittlerweile bereits Tradition.

Traditionelles Frühstück der Seesener Landfrauen / Interessanter Vortrag von Sandra Raupers-Greune

Am Wochenende vor Ostern trafen sich die Seesener Landfrauen zum traditionellen Frauenfrühstück im Gasthaus Zur Traube in Herrhausen. Nach dem „Sturm“ auf das vielfältig und köstlich angerichtete Frühstücksbuffet ließ man sich Zeit zum Genießen und auch zum Klönen.
Danach gesellte sich die Referentin Sandra Raupers-Greune, Beraterin von der Landwirtschaftskammer Braunschweig, zu den Landfrauen mit ihrem Vortrag „Wenn Pflanzen reden könnten – Bauerngartenpflanzen erzählen ihre Geschichten“.

Wer denkt beim Stichwort Bauerngarten nicht sofort an den grünen Buchsbaum und die damit eingefassten Beete? Doch ein weiteres Merkmal dieser speziellen Gartenform war auch das bunte Mit- und Durcheinander zahlreicher Nutz- und Zierpflanzen. Sandra Raupers-Greune erzählte ihren „Traum“ vom Bauerngarten. Sie hat die Pflanzen „belauscht“ und berichtete, warum außer dem vornehmen Buchsbaum auch Apfelbaum, Holunder oder die Stangenbohne meinen, im Garten seit alters her beheimatet zu sein.
Doch auch bestimmte Blumen kamen zu Wort: Während Madonnenlilie und Akelei sich ihre Existenz im Garten mit dem religiösen Hintergrund erklären, definieren sich Ringelblume und Petersilie eher aufgrund ihrer Verwendung, die früher oftmals eine ganz andere war als heute.
Man konnte sich oftmals ein Schmunzeln nicht verkneifen, denn in einem lustigen Wortgefecht liefern sich die Pflanzen eine eifrige Diskussion über ihre Daseinsberechtigung im Garten von heute. Trotz seiner Darbringung hatte dieser Vortrag durchaus einen ernsten Hintergrund. Bauerngärten haben zu allen Zeiten die jeweiligen Verhältnisse und Gegebenheiten des ländlichen Raumes widergespiegelt. Heute haben wir andere Verhältnisse als zur Zeit der Hochblüte des Bauerngartens zwischen 1850 und 1950.
Folglich müssen unsere heutigen dörflichen Gärten auch anders aussehen. Und doch ist es wichtig, die Pflanzenvielfalt der einstigen Bauerngärten zu bewahren, denn nicht nur die Häuser, sondern auch die Gärten dokumentieren die Entwicklungsgeschichte im Dorf, und mit dem Aussterben des Wissens über alte Kulturpflanzen geht wieder ein Stück Tradition verloren.
Deshalb sei es wichtig an der Vielfalt der Pflanzen festzuhalten und man sollte versuchen, alte Gartenpflanzen und -sorten wieder in den Gärten anzusiedeln.