„Wenn wir noch einen drauflegen, schaffen wir’s!“

Empfang wie für einen Popstar: Mit Standing Ovations begrüßt die CDU-Anhängerschaft Ministerpräsident David McAllister am Montagabend im Seesener Bürgerhaus.
 
Abgeordneter Rudolf Götz hieß den Landesvater in seinem Wahlkreis willkommen und stimmte auf den Wahlkampf ein.

Niedersachsens Ministerpräsident McAllister rechnet bei Auftritt in Seesen mit spannendem Wahlkampfendspurt

Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) rechnet mit einem spannenden Endspurt zur Landtagswahl. Schließlich seien rund zwei Wochen vor der Wahl auch noch etwa 40 Prozent der Wahlberechtigten unentschlossen. Der MP wird am Montagabend im Bürgerhaus Seesen fast schon frenetisch gefeiert.
Zahlreiche CDU-Anhänger wollen vor Ort hören, was McAllister so kurz vor der Wahl zu sagen hatte. Und das ist eine Menge. Vor allem gibt es Breitseiten. Mit Blick auf die SPD sagt er: „Die sind müde, die sind kaputt. Wir drehen jetzt erst auf.“ Empfangen wird der Niedersachse mit schottischen Wurzeln fast schon wie ein Popstar. In Richtung der Journalisten sagt McAllister: „Erzählen Sie morgen doch in ihren Redaktionen: Gestern sind sie bei den Siegern der Landtagswahl gewesen.“ Das kommt gut an – vor allem beim Publikum, das sich immer wieder auf die Schenkel klopft ob der Stilmittel, die McAllister rhetorisch geschliffen einsetzt.
Obwohl die CDU in Umfragen mit etwa 40 Prozent klar stärkste Kraft ist, könnte es erstmals seit 2003 wieder zu einer rot-grünen Landesregierung in Niedersachsens kommen. Das wissen alle im Lager der CDU. Grund dafür ist der schwächelnde Koalitionspartner FDP, der um den Einzug in den Landtag bangen muss. McAllister bleibt jedoch optimistisch: „Die FDP, da bin ich mir sicher, wird den Sprung in den Landtag schaffen.“ Der Koalitionspartner in Niedersachsen schaffe das. Auf Landesebene passe das mit der FDP menschlich und inhaltlich.

Anhängerschaft
mobilisieren...


Er werbe dennoch um jede Erst- und Zweitstimme für die CDU. „Über 40 Prozent der Niedersachsen haben sich noch nicht entschieden, ob oder wen sie wählen“, so der Ministerpräsident. Die CDU habe eine hervorragende Bilanz, ein in die Zukunft gerichtetes Regierungsprogramm und mit dem aktuellen Kabinett ein starkes Team. „Es steht auch diese tolle Mannschaft zur Wahl“, so McAllister. Jetzt gelte es, die kommenden 13 Tage für die gesamte CDU, um jede Stimme zu kämpfen.
„Wir sind fest entschlossen, am 20. Januar als Sieger vom Platz zu gehen“, ruft McAllister den sichtlich gut gelaunten Gästen zu. Und keiner solle den Kampfeswillen der niedersächsischen CDU unterschätzen. Die liege in den Umfragen klar vor der SPD, die auf einem enttäuschenden Niveau verharre. Die Grünen würden in den Umfragen stetig verlieren. Je höher die Wahlbeteiligung, desto besser sei dies für die CDU. Und „Mac“ beschwört die Wahlberechtigten. Das Wahlrecht sei ein Gottesgeschenk. „Nehmt Euch Zeit für die Demokratie in Niedersachsen“, ruft er den Seesenern zu.
Eingestimmt auf den Besuch des MP hatten zuvor die beiden CDU-Kandidaten Rudolf Götz (Seesen) und Almut Broi­han (Goslar). Und auch die beiden bezieht McAllister später in seine Rede mit ein. Er schlage vor, dass die beiden ihre Wahlkreise doch direkt gewinnen mögen, da es keine Gegenstimme gebe, sei sein Vorschlag durchgesetzt. Er freue sich auf weitere fünf Jahre mit seinem „Kumpel“ Rudi Götz. Und Almuth Broihan werde eine Bereicherung für die Christdemokraten sein.
Dann gibt es noch einmal einige Sprüche aus der „Abteilung Attacke“. Was die monatelangen Personalsepkulationen bei der SPD und Grünen betrifft, so müsse er feststellen: „Hochmut kommt vor dem Fall“. Er habe selten so eine arrogante Opposition erlebt wie die SPD.
Letztlich werde es ein kurzer heftiger Wahlkampf. Das sei auch gut so, dann könne man sich länger um die Sache kümmern.
Rudolf Götz zeigte sich gestern im Gespräch sehr zufrieden mit dem Besuch des Ministers. „Es war eine sehr gute Veranstaltung für uns Christdemokrakten.“ Der Ministerpräsident habe klar Position bezogen und deutlich gemacht, wie er sich die Zukunft vorstelle. Dass sogar ein Fernsehteam des ZDF den Wahlkampfauftritt McAllisters in der Vorharzstadt begleitete, freute Götz ebenfalls. So werde der CDU die richtige Aufmerksamkeit zuteil.