Wetterfühligkeit – Fakt oder Einbildung?

Glaubt man den Ergebnissen von Forschern, dann ist zwar bewiesen, dass sich Sonnenschein auf die Psyche auswirkt, nicht aber, dass Feuchtigkeit Gelenke zum Schmerzen bringt. Dennoch gibt es viele Menschen, die darauf schwören, dass sich jegliches Wetter auf ihre Gesundheit auswirkt, auch wenn Forschungen dies bis heute nicht bestätigen konnten. Manche Menschen reagieren auf einen Wetterumschwung wesentlich empfindlicher als andere. Woran das liegt, ist nicht bekannt. Tatsache ist aber, dass bei manchen Personen unspezifische Symptome auftreten, wie etwa Müdigkeit, Erschöpfung, sogar schmerzende Narben oder Migräne. Während erstere an Wetterfühligkeit leiden, sind jene mit schmerzenden Symptomen wetterempfindlich. Je stärker und schneller sich das Wetter ändert, desto häufiger sind solche Symptome bei Menschen zu beobachten.

Wie kann Wetterfühligkeit vorgebeut werden?

"Wetterfühligkeit beruht zu einem großen Teil auf einem Trainingsmangel des ganzen Körpers, der dazu führt, dass sich der Körper an unterschiedliche Wetterlagen nicht mehr schnell genug und vor allem nicht physiologisch richtig, das heißt mit den richtigen körperlichen Abläufen, anpassen kann.", so Angela Schuh, Professorin für medizinische Klimatologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Forschungen zum Zusammenhang von Wetter und Wohlbefinden zeigen keine Ergebnisse, was allerdings nichts daran ändert, dass viele Menschen eine gewisse Wetterfühligkeit spüren. Was können diese tun, um Erschöpfung und Kopfschmerzen entgegenzuwirken?

Gesunde Erwachsene sollten ihren Körper abhärten. Mit der richtigen Kleidung eine Stunde lang draußen spazieren gehen hilft dem Organismus, sich den Temperaturänderungen anzupassen und diese besser auszugleichen. Ältere und chronisch kranke Menschen sollten diesbezüglich vorsichtig sein und ihren Arzt befragen, zu welcher Behandlung er rät. Wer stressbedingt auf das Wetter reagiert, sollte Entspannungsmethoden wie Yoga ausprobieren.

Wichtig ist außerdem eine gesunde und ausgewogene Ernährung.
Wer wetterbedingt an Kopfschmerzen leidet, sollte sich nicht auf dieser Diagnose ausruhen. Ärzte gehen davon aus, dass Kopfschmerzen und Migräne meist andere Ursachen haben und nur zufällig mit dem Wetter übereinstimmen. Wichtig ist, sich bei Arzt oder Apotheke Hinweise und Tipps zur Behandlung und Ursache zu holen.
Einige Forscher zweifel die Theorie der Narbenschmerzen nicht an. Ebenso wie es Phantomschmerzen gibt, könnten auch Narbenschmerzen wetterbedingt sein. Theorien dazu sind allerdings in erster Linie homöopathischer Natur.
Klimatologen haben ihre eigene Theorie, was Wetterfühligkeit anbelangt. Sie sind der Meinung, der moderne Mensch lebe immer mehr entgegen seines natürlichen Bio-Rhythmus und erhalte zwangsläufig zu wenig Tageslicht, was zu Beschwerden führe. Vor allem ein unregelmäßiger Lebensstil, verursacht durch Schichtarbeit, Zeitzonenverschiebung oder Langstreckenflüge, führe zu Funktionsstörungen und Wetterfühligkeit. Ob und inwiefern sich auch der Klimawandel auf die Gesundheit des Menschen auswirken kann, wird zwar noch erforscht, erscheint aber durch wärmeres Klima wahrscheinlich.