Wie behindertengerecht ist Seesen? Physiotherapieschüler testen es aus

Per Rollstuhl in die Post – das geht nur über Umwege.

Im Rollstuhl zum Bahnhof, ins Bürgerhaus, zur Post und ins Rathaus – Erstmals wurde auch das Städtische Museum unter die Lupe genommen

Seesen (uk). Wer gut zu Fuß ist, dem werden die Barrieren kaum auffallen. Hohe Treppenstufen, schwer zu öffnende Türen, oder solche die viel zu eng sind, um mit dem Rollstuhl durchzufahren. Für gesunde Menschen stellen diese Hindernisse keine großen Schwierigkeiten dar, für Menschen, die imRollstuhl sitzen schon.
Wie behindertengerecht ist die Seesener Innenstadt? Dieser Frage gingen am vergangenenDonnerstag 22 Schülerinnen und Schüler der MedizinischenAkademie für Physiotherapie nach. Unter anderem testeten sie den Seesener Bahnhof auf seine behindertenfreundlichkeit, versuchten, mit dem Rollstuhl die Schalterräume im Postgebäude zu erreichen und überprüften das Rat- und Bürgerhaus.
Es ist nicht das erste Mal gewesen, dass sich angehenden Physiotherapeuten aus Seesen mit der Behindertenfreundlichkeit in der Stadt auseinandersetzten. Die Probe aufs Exempel gehört nämlich zum Lehrplan der Schule. Neu war allerdings diesmal, dass die „Physios“ auch dem umgebauten Städtischen Museum einen Besuch abstatten, um zu schauen, ob Rollstuhlfahrer hier gut zurechtkommen. Die Ergebnisse wurden schwarz auf weiß dokumentiert, mit der Digital- und Videokamera festgehalten.
In dieser Woche nun folgt die Auswertung des Tests. Dann werden die Ergebnisse der einzelnenSchülergruppen zusammengetragen. Die dokumentiertenErkenntnisse werden in einer der nächsten „Beobachter“-Ausgaben veröffentlicht.