Wilde Mülldeponie am „Buttermilchnapf“

Durchgerostete Ölfässer und eine ganze Menge Unrat „schmücken“ die Böschung am so genannten „Buttermilchnapf“. (Foto: Strache)

Landkreis reagiert nicht / Annemarie Kleinhans mit Arbeitstempo der Behörden unzufrieden

Wenn Annemarie Kleinhans zurzeit mit ihrem Hund „Charlie“ spazieren geht, könnte sie regelmäßig in Wut ausbrechen. Das liegt aber nicht am Benehmen ihres Hundes, sondern an einer wilden Mülldeponie, die sich entlang des Eisenbahnhanges am so genannten „Buttermilchnapf“ erstreckt. Dort, in unmittelbarer Nachbarschaft zur alten Nudelei am Ende der Bismarkstraße, haben Charlie und sie ihr Revier.
Die wilde Müllhalde ist aber nicht neu. Annemarie Kleinhans hat die durchgerosteten Ölfässer, einen Wassertank, Federkernmatratzen, einen alten Kühlschrank sowie zahllosen weiteren Abfall bereits vor einem Jahr am Hang hinter den Schrebergärten entdeckt. Schriftlich wendete sie sich schon damals an Ordnungsamtsleiter Uwe Zimmermann, mit dem Ergebnis, dass sie nie eine Antwort auf ihr Schreiben erhalten hat.
Nun, rund ein Jahr nach ihrem vergeblichen Versuch, die Stadt auf das Müllproblem aufmerksam zu machen, hat Kleinhans die Nase voll. „Wenn hier nicht gehandelt wird, dann wird sich das Müllproblem noch verstärken“, ist sich die resolute Rentnerin sicher, denn, „wo einmal angefangen wurde Müll abzulagern, wird weiterer hinzukommen.“
Der „Beobachter“ kontaktierte nun Ordnungsamtsleiter Uwe Zimmermann und fragte, ob er von Kleinhans Brief Kenntnis hat. Nach Rücksprache mit seiner Kollegin Simone Armes bestätigte Zimmermann den Eingang des Schreibens am 22. März 2012. „Wir haben den Brief erhalten und einige Tage später an den Landkreis weitergeleitet“, erklärt Zimmermann. Was dann passiert ist, entziehe sich jedoch seiner Kenntnis. Es ist aber nicht schwer den weiteren Verlauf des Vorgangs selber zu rekonstruieren. Der Landkreis hat keine Schritte zur Beseitigung des Abfalls eingeleitet, und beruft sich heute darauf, die Nachricht des Seesener Ordnungsamtes nie erhalten zu haben.
Die Seesener Stadtverwaltung hat in der Sache aber auch nicht nachgehakt, da für das Abfallrecht der Landkreis zuständig ist, wie Zimmermann erklärte. Das Ordnungsamt hat den Landkreis jetzt erneut auf die Müllablagerungen hingewiesen.
Der wird sich nun mit der Deutschen Bahn in Verbindung setzen müssen, denn das betroffene Areal ist in deren Besitz. Simone Armes von der Stadt hat deshalb auch die Bahn informiert. Wann der Landkreis tätig werden wird ist indes noch nicht bekannt. Zunächst muss nämlich noch geklärt werden, wer die Kosten für die Entsorgung trägt. In der Regel ist dies der Grundstücksbesitzer, also die Deutsche Bahn AG. Wann eine Reaktion von dieser Seite zu erwarten ist kann nur spekuliert werden. Im Interesse der Natur und der Nerven von Annemarie Kleinhans ist aber zu hoffen, dass die Entsorgung schnell erledigt wird.