William Steinway in New York – Eine Spurensuche von Dirk Stroschein

Dirk Stroschein bei seiner Recherche der Smithsonian Institution.

Ausstellung im Städtischen Museum Seesen wird am 18. Juli eröffnet

William Steinway, im Jahr 1835 in Seesen am Harz im Braunschweiger Land als Wilhelm Steinweg geboren, war einer der Söhne des Klavierbauers Heinrich Engelhard Steinweg, der in der Harzstadt seine ersten Instrumente baute, bevor die Familie im Jahr 1850 nach New York auswanderte. Dort begann ab 1853 mit der Gründung von „Steinway and Sons“ die Erfolgsgeschichte einer Familiendynastie, die mit ihren Qualitätsprodukten seitdem alle Welt „überflügelt“.
William war nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1871 der führende Kopf des Familienunternehmens und schuf mit innovativen Marketingstrategien die Grundlagen für den Mythos um das „Instrument der Unsterblichen“. Enge Kontakte zu den Künstlern, den „Steinway-Artists“, sowie sein kulturelles Engagement in New York machten William Steinway in den Augen seiner Zeitgenossen zu dem „Mr. Music“.
Seine persönlichen Interessen gingen über diese enge Profession hinaus: Er war transatlantischer Weltbürger, politisch gut vernetzter Deutsch-Amerikaner und Prototyp des Unternehmers seiner Zeit, der eine eigene Stadt schuf, an den ersten Planungen zum New Yorker U-Bahn-System beteiligt war, das amerikanische Patent für das Daimler-Automobil hielt und einen Vergnügungspark errichtete.
Eine nun in Seesen zu sehende Ausstellung sucht eine Annäherung an diese vielschichtige Persönlichkeit und den Menschen William Steinway, der mehr war als nur einer der Söhne bei „Steinway and Sons“, mehr als ein erfolgreicher Geschäftsmann im Musikbusiness. Sie nimmt den Besucher mit auf einen gleichsam fotografischen Spaziergang über die Insel Manhattan und den heutigen Stadtteil Queens und lädt zur Besichtigung jener Orte ein, denen eines gemeinsam ist: Sie sind – mal historisch erkennbar, mal nur noch als Leerstelle – schlicht Plätze, „wo William war“.
Dirk Stroschein ist Autor des NDR-Hörfunk-Features „Von Steinweg zu Steinway“ und Co-Autor des Buches „Steinway-Kurpark. Das grüne Juwel in Seesen“. Er ist freier Mitarbeiter am William Steinway Diary Project der Smithsonian Institution in Washington, D.C., das sich mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Tagebücher William Steinways beschäftigt, die er von 1861 bis zu seinem Tod 1896 verfasst hat. Auf zahlreichen Recherchereisen nach New York und Washington im vergangenen Jahrzehnt hat er sich immer wieder an jene Orte begeben, an denen William Steinway seine Spuren hinterlassen hat.
Die Austellung wird eröffnet am Mittwoch, 18. Juli, um 19 Uhr im Städtischen Museum Seesen. Sie ist dort zu sehen bis zum 30. September.