„Windhose“ über Kirchberg war de facto ein Tornado

Ein Wirbelsturm zog am 28. April über Kirchberg. Zahlreiche Bürger fotografierten das seltene Naturereignis. (Foto: bo)

Sturmwirbel der untersten Stärke verursachte erhebliche Schäden im sechsstelligen Bereich

Kirchberg (uk). Für Seesen war es am vergangenen Donnerstag „nur“ ein Gewitter. Mit Hagel, ein paar Blitzen, Windböen und Pladderregen. Für die Bewohner des Ortsteils Kirchberg wird der 28. April aber in denkwürdiger Erinnerung bleibt. Es war der Tag, an dem ein Tornado das Dorf durchbrauste.
Dass die Windhose ein Tornado war, ist nicht nur eine Frage der Begrifflichkeit, sondern festliegender Umstände, nach dem die Bezeichnung Tornado gerechtfertigt ist. Die Beobachtungen der rotierenden Sturm-Wolke ist das eine, das Wesentlichere aber sind die hinterlassenen Schäden, die einen Tornado verifizieren und klassifizieren. Das Kirchberger „Ereignis“, ein Randeffekt des Gewitters, kam für alle Betroffenen gegen 14 Uhr unerwartet. Einwohner berichteten, der Wind habe binnen kurzer Zeit stark zugenommen, dann seien schon Gegenstände durch die Luft geflogen (der „Beobachter“ berichtete in der Wochenendausgabe ausführlich). Vor allem Dachziegel hob der Tornado ab, sie beschädigten weitere Gegenstände, wie Fenster, Autos oder Gartenmobiliar. Insgesamt wurden mehr als 20 Dächer mehr oder weniger stark beschädigt, so die Polizei in Seesen in Verlautbarungen nach dem Tornado. Die Schadenshöhe wurde auf jenseits von 100.000 Euro geschätzt. Zudem fällte der Tornado zahlreiche Bäume oder riss deren Kronen ab. In einem Fall fiel ein Baum auf einen besetzten Pkw. Hier wie auch sonst gab es gottlob keine Personenschäden. Die Entstehung von Tornados ist laut Experten nur sehr beschränkt vorhersehbar. Wie am Beispiel des Kirchbergfalls am vergangenen Donnerstag, reicht eine Gewitterzelle aus, um einen solchen Sturmwirbel hervorzubringen. Glücklicherweise erreichen die meisten „deutschen“ Tornados nicht die Windgeschwindigkeiten und Zerstörungskräfte wie unlängst in den USA.