„Wir sind auf einem guten Weg!“

Stifter-Versammlung tagte im Seesener Kirchenzentrum

Das Kuratorium der Stiftung „Kirche in unserer Zeit“ hatte jetzt zu einer Stifter-Versammlung eingeladen. Zu Beginn der eineinhalbstündigen Tagung hielt Propst Thomas Gleicher eine geistliche Besinnung, in der er auch auf die finanzielle Lage der Kirchen einging. Dabei betonte er eindringlich, dass die Kirche zurzeit ihre finanziellen Engpässe noch durch konsequente, aber möglichst schonende Maßnahmen auffangen könne. So sei beispielsweise die Zahl der Pfarrstellen in der Braunschweiger Landeskirche von rund 200 auf 170 zurückgefahren. Diese Zahl bleibe für die mittelfristige Zukunft zu halten. Umgekehrt zeige diese Zahl aber auch an, dass eine flächendeckende Verkündigung und Diakonie auf Dauer nur dann zu gewährleisten sei, wenn es Initiativen wie die Stiftung gäbe, die zusätzliche Ressourcen bereitstellen kann.
Nach diesen einleitenden Worten blickte der Propst auf die vergangenen sieben Jahre der Stiftungsgeschichte zurück und legte Rechenschaft über die Finanzentwicklung ab. Dabei konnte er auf eine gut vorbereitete Präsentation des Koordinators der Stiftung zurückgreifen. Gerade das Zahlenwerk, mit dem die Präsentation abschloss, zeigte, dass die Stiftung sich auf einem guten Weg befindet. Allerdings führte Propst Gleicher den Anwesenden noch einmal das Hauptproblem der Stiftung vor Augen.
Dabei gebrauchte er das biblische Beispiel der Arche Noah. Noah hatte seinerzeit die schwierige Aufgabe, seinen Zeitgenossen in der heiß vom Himmel gleißenden Mittagssonne zu erklären, warum er einen Ozeanriesen für eine demnächst zu erwartende Überschwemmung bauen wolle. Ähnlich verhalte es sich auch bei der Stiftung: Es sei einfacher, spontan eine Bürger-Feuerwehr zusammenzutrommeln, wenn in der Nachbarschaft ein Dachstuhl brenne. Schwieriger hingegen sei es, Geld für eine Situation zu sammeln, die derzeit noch nicht im vollen Ausmaß zu erkennen sei. Zu seiner großen Freude konnte das Kuratorium jedoch feststellen, dass die Akzeptanz in den Gemeinden der Propstei in den vergangenen Jahren stetig gewachsen sei.
Bei der sich anschließenden Aussprache kam dann noch ein Thema auf den Tisch, das wohl niemand abschließend und allseits befriedigend beantworten kann. Und das betrifft das Verhältnis von Rekrutierung von Kapital und operativem Geschäft. Einfacher gesagt geht es um die Frage der Prioritäten: Wer nichts tut (und damit Geld ausgibt), von dem hört und sieht man nichts. Vorteil: Alle Einnahmen werden (wie in diesem Fall) der Stiftung gutgeschrieben und damit wächst das Kapital. Umgekehrt gilt: Wer viel tut (und damit Geld ausgibt), der gewinnt öffentlich an Akzeptanz und Aufmerksamkeit. Und das wiederum führt zu verstärktem Geldfluss. Bei der Diskussion um diesen Punkt konnte – und das liegt in der beschriebenen Natur der Sache – keine Einheitlichkeit unter den Anwesenden erzielt werden. Der Propst wies jedoch darauf hin, dass die Stiftung in den vergangenen Jahren verschiedentlich auch operativ tätig gewesen ist. Dabei seien aber durchaus nur relativ geringe Mittel in die Gemeinden geflossen. Denn natürlich gelte es, auch im achten Jahr der Stiftung vor allem weiterhin Geld für den wichtigen Zweck der Stiftung zu sammeln.
Bei der Verabschiedung gab das Kuratorium noch einige Details zum Stifter-Fest vor. Am Donnerstag, 26. April, wird Prof. Dr. Claus Hipp die Festrede im Kirchenzentrum halten. Der Termin sei vom Redner vorgegeben. Daher bedauere das Kuratorium es sehr, dass für diesen Abend in Seesen eine weitere, hochkarätige Veranstaltung geplant sei.