Wird der Schützenplatz verkauft?

Der Seesener Schützenplatz könnte verkauft werden. Die Stadt Seesen sucht nach einem solventen Käufer.

Stadt Seesen will nach Anfrage aktiv werden / Kaufland signalisiert Interesse für einen Discounter

Die Spatzen pfeiffen es seit einigen Tagen von den Dächern der Stadt. Und das nächste „Politikum“ nach dem heftig umstrittenen Ratskeller-Verkauf, könnte dem Rat unter Umständen demnächst ins Haus stehen. Es geht um die Zukunft des Seesener Schützenplatzes entlang der Bornhäuser Straße. Für die große Freifläche gibt es laut Informationen unserer Zeitung einen Interessenten, der den Platz erwerben möchte. Wie Seesens Bürgermeister Erik Homann auf Nachfrage des „Beobachter“ in dieser Woche bestätigte, habe es an das Referat für Wirtschaftsförderung eine entsprechende Anfrage gegeben.
In der vergangenen Woche hatte sich deshalb auch bereits der Verwaltungsausschuss mit der Thematik beschäftigt. Und er hat grünes Licht gegeben, dass sich die Verwaltung mit einer Veräußerung befassen, und auf die Suche nach potenziellen Interessenten gehen solle.
Die Stadtverwaltung will nun Projektentwickler darüber in Kenntnis setzten, dass der Schützenplatz zu einem Kaufpreis von rund zwei Millionen Euro zu haben ist. Sollte ein entsprechendes Angebot und noch dazu ein schlüssiges Konzept vorgelegt werden, ist es denkbar, dass der Schützenplatz in private Hände übergeht.
An seiner Stelle könnte dann ein neues Einkaufszentrum entstehen, vor diesem Hintergrund zumindest wurden die bisherigen Gespräche offenbar geführt.
Nach „Beobachter“-Informationen soll hier ein Discounter „Kaufland“ entstehen. Kaufland ist eine Lebensmittel-Einzelhandelskette der Schwarz Beteiligungs GmbH mit Sitz in Neckarsulm, die in Europa 1070 SB-Warenhäuser, davon 620 in Deutschland, in verschiedenen Größen, Lagen und mit unterschiedlichen Sortimenten betreibt. Sie ist Bestandteil der Schwarz-Gruppe, zu der auch der Lebensmittel-Discounter Lidl gehört. In Osterode, Göttingen und Alfeld hat das Unternehmen bereits Warenhäuser dieser Art eröffnet.
Der Schützenplatz selbst wird seit Jahren immer weniger genutzt. Schützenfeste, wie sie jahrzehntelang in Seesen gefeiert wuden, gibt es nicht mehr.
Einzig und allein Zirkusunternehmen schlagen hier noch hin und wieder ihre Zelte auf, in unregelmäßigen Zeitabständen finden sonnabends Flohmärkte statt. Darüber hinaus dient der Schützenplatz bei Großveranstaltungen wie dem bevorstehenden Frühlingsfest als Parkplatz. Ansonsten wird er – wie übrigens viele Schützenplätze in anderen Städten vergleichbarer Größe – nicht mehr oder kaum noch benötigt.
Vor diesem Hintergrund scheint ein Verkauf durchaus denkbar, zumal der Kaufpreis in Höhe von rund zwei Millionen Euro viel Geld in die Stadtkasse spülen würde. Geld, dass dafür verwendet werden könnte, im Bereich der Kirschenallee ein Gewerbegebiet zu erschließen und gleichzeitig die Möglichkeit bieten würde, einen ähnlichen Platz für beispielsweise Zirkus-Veranstaltungen zu schaffen. Die Flohmärkte, so Bürgemeister Erik Homann, könnten auf dem Jacobsonsplatz eine neue Heimat finden. Noch ist das alles Zukunftsmusik, stehen die Pläne für einen Verkauf des Schützenplatzes noch ganz am Anfang.
Angesprochen auf den zusätzlichen Wettbewerb, die eine Neuansiedlung eines Discounters wie Kaufland nach sich ziehen würde, erklärte Bürgermeister Homann, dass er diese Problematik sehr wohl erkenne. „Gleichzeitig dürfen wir aber nicht den Fehler machen, uns dem Wettbewerb zu verschließen. Da müssen wir aus der Vergangenheit lernen, als ähnliche Entscheidungen gegen neue Investoren getroffen wurden, um den heimischen Handel zu schützen. Das ist nicht unbedingt der richtige Weg.“ Der Konkurrenzkampf in diesem Sektor ist weiterhin sehr hoch, doch insgesamt betrachtet, sei er förderlich für eine Stadt und belebe eben das Geschäft. Der erste Schritt hin zu einem Verkauf des Schützenplatzes ist gemacht, ob weitere folgen werden, wird die Zukunft zeigen...