„Wollen keine Hinterzimmerentscheidung treffen!“

Bürgermeister Homann äußert sich im Vorfeld der VA-Sitzung zum möglichen Verkauf des Schützenplatzes

. „Wir wollen keine Hinterzimmerentscheidung tref­fen“, erklärte Bürgermeister Erik Homann im Vorfeld der bevorstehenden Sondersitzung des Verwaltungsaussschusses mit Blick auf einen möglichen Verkauf des Schützenplatzes.
Wie das Referat für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing wissen ließ, liegen der Stadt derzeit mehrere Angebote zum Erwerb des verkehrsgünstig und innenstadtnah gelegenen Schützenplatzes vor. Im Rahmen einer Sondersitzung des Verwaltungsausschusses, die auch für alle Mitglieder des Stadtrates offen ist, werden am kommenden Donnerstag, 3. Juli, insgesamt drei Projektentwicklungsgesellschaften ihr Angebot und Nutzungskonzept vorstellen.
Gleichzeitig soll dort dann auch Vertretern des Markthauses Seesen Gelegenheit gegeben werden, ihre Bedenken gegen die Ansiedlung eines weiteren Verbrauchermarktes auf dem Schützenplatz zu begründen. Die Präsentation der potenziellen Investoren allein soll natürlich keine Entscheidungsgrundlage sein. Dafür bedürfe es laut Stadt vor allem der Ergebnisse eines Verträglichkeitsgutachtens, das die Auswirkungen auf Innenstadt und Einzelhandel überprüft.
Das Gutachten soll von der Stadt Seesen auf Kosten des Investors beauftragt werden. Die abschließende Entscheidung über den möglichen Verkauf des Schützenplatzes und über die Realisierung des Projektes soll dabei auf Grundlage der Ergebnisse des Gutachtens erfolgen.
„Das ist ein übliches Verfahren“, so Bürgermeister Erik Homann im Vorfeld der VA-Sitzung. Auch andere Städte hätten bei ähnlicher Konstellation so entschieden, beispielsweise in Goslar oder Hann. Münden. Mit der Erstellung eines Gutachtens sei auch längst keine Entscheidung getroffen, das Gutachten könnte eher als Unterstützung bei der Entscheidungsfindung helfen.
Die Situation ist insgesamt als schwierig zu bewerten. Auf der einen Seite steht der Verkauf des Schützenplatzes mit lukrativer Einnahme von rund zwei Millionen Euro für die Stadt Seesen, auf der anderen Seite stellt sich die Frage, was dann mit der Seesener Innenstadt, insbesondere mit den Geschäften im Markthaus passiert.
Hier hat sich im Vorfeld der VA-Sitzung so etwas wie eine Opposition gebildet, die die Neuansiedlung eines Verbrauchermarktes wie Kaufland als Bedrohung betrachtet.
Droht die Innenstadt dann auszubluten? Diese und andere Fragen müssen sich die Verantwortlichen stellen, wenn sie am bevorstehenden Donnerstag über das weitere Vorgehen bei der möglichen Veräußerung des Schützenplatzes beraten.
Nun könnte der Verwaltungsausschuss einen Verkauf auch grundsätzlich ablehnen. Dann sind weitere Gedankenspiele ohnehin hinfällig. Sollte sich der Verwaltungsausschuss dazu entscheiden zunächst erst einmal ein Gutachten erstellen zu lassen, dann soll dieses Auskunft darüber geben, welche Auswirkungen ein neuer Verbrauchermarkt im Bereich des Schützenplatzes hätte – insbesondere mit Blick auf den Einzelhandel in Seesen allgemein.
Das Gutachten, so Erik Homann, sollte in jedem Fall der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Seinen Worten zufolge genieße die Innenstadt durchaus Priorität, aber es sei dennoch denkbar, dass man den Weg frei geben werde für einen weiteren Verbrauchermarkt. Ob die mögliche Konkurrenz für Geschäfte, wie dem im Markthaus befindlichen Marktkauf, erdrückend wäre, müsse man nun sachlich diskutieren, so Homann.