Zahl der Arbeitslosen ist im Bezirk deutlich gestiegen

Hans-Walter Pallinger: „Saisontypische Entwicklung“.
 
Im Bezirk der Agentur für Arbeit Goslar erhöhte sich im Dezember die Zahl der Arbeitslosen.

Im Dezember verloren 281 Frauen und Männer ihren Job / Geschäftsstelle Seesen steht mit 7,7 Prozent noch gut da

Die Arbeitslosenzahl ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Goslar im Dezember deutlich gestiegen. Gegenüber dem November gab es 281 beziehungsweise 4,1 Prozent mehr Arbeitslose. Das sind 372 beziehungsweise 4,9 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag bei 9,1 Prozent. Diese Zunahme entspricht etwa dem Durchschnitt in Niedersachsen.

Seesen (bo). Unterschiedlich war die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den einzelnen Personengruppen: Die Spanne reichte von -15 Prozent bei den unter 25-Jährigen bis zu einer Zunahme von acht Prozent bei den über 50-Jährigen.
„Dass die Arbeitslosigkeit auch im Dezember weiter leicht ansteigt, war zu erwarten und entspricht den Vorjahren. Das ist die saisontypische Entwicklung, die wir jedes Jahr haben und die aus den Witterungsbedingungen resultiert“, so Hans-Walter Pallinger, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Goslar. Pallinger weiter: „Obwohl jedoch gerade im Handwerk kaum Arbeiten stattfinden können, melden uns die Arbeitgeber insgesamt deutlich mehr Stellen als noch vor einem Jahr. Aktuelle Umfragen in der Region zeigen auch, dass die Aussichten für 2011 von vielen Firmen positiv eingeschätzt werden; insofern rechnen auch wir langfristig mit einem Aufbau der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung und einem Rückgang der Arbeitslosigkeit.“
Unterbeschäftigung: Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen zusätzlich zu den Arbeitslosen solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, die aber zum Beispiel im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden. Die Unterbeschäftigung betrug nach vorläufigen Angaben im Dezember 9.665 Personen.
Gemeldete Arbeitsstellen: Im Bezirk der Agentur für Arbeit Goslar waren im Dezember 663 Arbeitsstellen gemeldet; das sind 47 weniger als im November. Im Vergleich zum Dezember 2009 gab es 117 Stellen mehr. Arbeitgeber meldeten der Agentur im Dezember 301 neue Arbeitsstellen; das waren 45 mehr als vor einem Jahr. Seit Jahresbeginn sind 4.051 Stellen eingegangen; das ist ein Plus von 838 oder 26,1 Prozent gegenüber 2009.
Entwicklung in den Rechtskreisen: Im Dezember hat die Arbeitslosigkeit in beiden Rechtskreisen zugenommen.
Arbeitslosengeld I (Sozialgesetzbuch III): Bei der Agentur für Arbeit Goslar (Arbeitslosengeld I) stieg die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 119 beziehungsweise 6,4 Prozent auf 1.975 und liegt um 455 niedriger als im Dezember 2009.
Arbeitslosengeld II (Sozialgesetzbuch II) 2.1 Arbeitslosengeld II im Landkreis Goslar: Im Bereich der Arbeitsgemeinschaft für Beschäftigungsförderung (ABf) Goslar waren im Dezember 4.631 Menschen arbeitslos gemeldet. Damit nahm die Zahl um 144 oder 3,2 Prozent im Vergleich zum November zu. Die Zunahme im Vergleich zum Vorjahr beträgt 76 Personen oder 1,7 Prozent. Insgesamt bezogen im Dezember 10.028 Personen Arbeitslosengeld II und bildeten 7.404 Bedarfsgemeinschaften.
Arbeitslosengeld II im Agenturbezirk Goslar: Da der Agenturbezirk Goslar nicht nur den Landkreis Goslar umfasst, erhöht sich die Zahl der Arbeitslosengeld II-Empfänger noch. Bei den für das Arbeitslosengeld II zuständigen Trägern (Arbeitsgemeinschaften und Optionskommune) nahm die Zahl der Arbeitslosen ebenfalls zu, und zwar im Vergleich zum Vormonat um 162 beziehungsweise 3,2 Prozent auf 5.228.
Die nach wie vor niedrigste Arbeitslosenquote weist die Geschäftsstelle Seesen auf. Hier wurden Ende Dezember 1323 Arbeitslose registriert. 9,4 Prozent (727) sind es in der Geschäftsstelle Clausthal-Zellerfeld, 9,2 Prozent (3670) in Goslar und 9,9 Punkte (492) in Braunlage. In der Geschäftsstelle Bad Harzburg beläuft sich die Quote auf 10,8 Prozent (991). – Für Niedersachsen wurde Ende Dezember eine Quote von 7,1 Prozent ermittelt; im Vorjahr lag sie noch bei 11,5 Prozent.