Zivilcourage stärken: Bus-Scouts erhalten in Rhüden ihre Zertifikate

Die neuen Bus-Scouts, die in Rhüden ihre Zertifikate überreicht bekamen. Foto: Kiehne

Gemeinsame Aktion des Verkehrsverbandes Südniedersachsen, der Polizei und der Schulen – Bus-Unternehmen Pülm unterstützt Ausbildung

Rhüden (uk). Zivilcourage – das Thema ist heutzutage aktueller denn je und muss nach Angaben des Präventionsrates Niedersachsen auch weiterhin gefördert werden. Trauriger Anlass für die Kampagne war im vergangenen Jahr der aus München bekannte Fall „Brunner“, bei dem ein Mann zu Tode kam, nachdem er sich für Kinder eingesetzt hatte. Aktionen in ganz Niedersachsen sollen auf das Thema Zivilcourage wieder dauerhaft aufmerksam machen.
Eine Veranstaltung in Rhüden war am vergangenenFreitag die Vorstellung der neuen Schüler-Bus-Scouts, die in einer gemeinsamen Aktion vom Zentralverband Verkehrsverbund Südniedersachsen, der Polizei sowie den beiden Bus­unternehmen Tappe (Kreiensen) und Pülm (Rhüden) ausgebildet wurden. Die Bad Gandersheimer Schüler – in Seesen gibt es ein Äquivalent noch nicht – erhielten an diesem Tag auch ihre Zertifikate.
Ob in Fällen von Gewalt, Mobbing oder Rechtsextremismus – Mut zum Hinschauen sei immer wichtig, findet Frank Semmelroggen vom Polizeikommissariat Bad Gan­dersheim, der den Hintergrund der Bus-Scout-Ausbildung erklärt.
Angefangen hatte alles in den 90er Jahren in Gelsenkirchen. Dort mussten teils Streifenwagen hinter den Schulbussen herfahren, weil die Gewalt unter den Schülern immer wieder eskalierte. Aus diesem Problem heraus wurden in Gelsenkirchen Busbegleiter ausgebildet. Schüler, die dafür sorgen sollten, dass die Gewaltspirale durchbrochen werden kann. Mit Erfolg!
Das Projekt wurde vielfach imitiert, so auch vom Zweckverband Verkehr Südniedersachsen, der seit einigenJahren Bus-Scouts gemeinsam mit den Schulen und der Polizei ausbildet. Gemeinsam schulten Frank Semmelroggen sowie Stefan Pülm und Sascha Tappe die 20 Schülerinnen und Schüler, die nun ihre Ausbildungsurkunden überreicht bekamen. In der Ausbildung lernten die Schüler, sich in Rollenspielen den Themen Gewalt, Körpersprache, Regeln und Zivilcourage zu nähern. Im Rahmen des Aktionstags wurde den Bus-Scouts für deren Engagement für ihre Mitschüler durch das Polizeikommissariat besondere Anerkennung zuteil. Die jungen Leute sollen dafür sorgen, dass auf dem Weg von Schülern zur Bushaltestelle und in den Bussen alles glatt läuft, ohne Gewalt, ohne Schubsen und Drängeln.