Zu Weihnachten wird in Seesen seit 24 Jahren kräftig gerockt

 

Der Christmas Rock war eine absolut gelungene Veranstaltung mit jeder Menge Ausnahmekünstlern und einem guten Organisationsteam

Von Sandy Heinzel, Seesen


So schön kann Weihnachten sein. Während das Fest der Besinnlichkeit meist mit Kirchengeläut, Flötenspielen oder Theaterstücken eingeleitet wird, holt der Seesener Musicpoint auch diejenigen vom Sofa, die so gar nichts von dieser Art Vorweihnachtszeit halten.
Dass es auch anders gehen kann, zeigte der vergangene Christmas Rock in der Aula im Schulzentrum. Zu Weihnachten wird in Seesen gerockt! Und das zum nunmehr 24. Mal. Hierbei arbeitet der Musicpoint Seesen eng mit der Jugendfreizeitstätte und zahlreichen Seesener Firmen zusammen, die den Christmas Rock aktiv unterstützen.
Mit dabei waren in diesem Jahr „The Overcome Solitude“. Die vier Jungs aus Osterode sprangen mehr als kurzfristig für „Stone of Fal“ ein und machten mit Pop-Punk den Auftakt zu einer langen Nacht.
Ihren ersten Auftritt als „16 Hertz“ in Seesen feierten Annika, Robin, Marc-André und David kräftig. Sie zeigten dem Publikum, was sich in den vergangenen Wochen und Monaten alles geändert hat und wie gut man auch zu deutschsprachigen Texten feiern und rocken kann.
Dass aller Anfang schwer ist, lernt man schon recht schnell – aber auch für eine Band ist es nicht ganz einfach, zu Beginn einer solchen Veranstaltung zu spielen und das noch junge Publikum direkt mitzureißen. „The Overcome Solitude“ und „16 Hertz“ haben diese Schwierigkeit gekonnt gemeistert und zeigten, dass nicht nur das professionelle Training und Bandcoachings hilfreich sind, sondern auch die nötige Bühnenerfahrung vorhanden ist.
Richtig krachen ließen es schließlich die Jungs von „The Spoons“. Schon Wochen vor dem Christmas Rock wurde gerätselt, wer denn „The Spoons“ wohl eigentlich seien und was sich dahinter verbirgt. Noch größer wurde die Vorfreude auf die Veranstaltung, als „The Spoons“ ihr Geheimnis via Facebook lüfteten und die ersten Bandfotos veröffentlicht wurden: Marvin Skott, Oliver Brüning, Viktor Holzberger, Robin Pfeil und Kolja Feix sind „The Spoons“. Mit „einfachen“ vier Akkorden und Alternative Rock- und Punk-Klassikern begeisterten die fünf Seesener die Gäste.
Anschließend sorgten „Satan &Deibel“ mit Gunnar Nielsen als Ausnahmegitarrist und Gösta Grabau als Kirchberger Rock’n’Roll-Urgestein für eine absolute Show. Nicht nur, dass die hautengen Kostüme und stilgerechten Vokuhila’s für Ohnmachtsanfälle beim weiblichen Publikum sorgten – auch die spitzenmäßig gecoverten Heavy-Metal-Klassiker mit etwas weniger spitzenmäßig und einem Augenzwinkern übersetzten Texten ließen so manches Bier beim Pogen vor der Bühne überschwappen.
Mit „Fat Belly“ konnte noch „ein dicker Fisch“ an Land gezogen werden. Nach der krankheitsbedingten Absage von „My Inner Burning“ ließ es sich die Pop-Punk-Band aus Hannover nicht nehmen, dem Abend die Krone aufzusetzen. „Frontsau“ Benny, Stephan und Tobi an der Gitarre, Honka am Bass und Julian am Schlagzeug brachten mit ihren energiegeladenen Song­s auch die letzte Reihe zum Springen. Nach zahllosen Shows in ganz Deutschland hatten die Jungs neue Songs, aber auch Klassiker ihres Debüts im Gepäck. Mal superschnell und hart, gerne auch rockig-radiotauglich, doch in jedem Fall immer eingängig.
Insgesamt 250 Gäste besuchten den Christmas Rock in der Aula im Schulzentrum, die sich wohl als perfekte Location für derartige Events auszeichnet. Und auch der Ablauf hinter den Kulissen verlief reibungslos. Die zahlreichen Helfer erfüllten ihren Job zuverlässig und bewiesen, dass sie nach zahlreichen Veranstaltungen inzwischen ein eingespieltes Team sind.
Im Gespräch mit dem Seesener „Beobachter“ erklärte der Seesener Musicpoint, dass einer Wiederholung im nächsten Jahr nichts im Wege steht. Der MPS bedankt sich bei allen Sponsoren, den Bands, allen Helfern vor, auf und hinter der Bühne und dem tollen Publikum für den tollen Abend.
Und auch wenn die gelungene Veranstaltung definitiv mehr Besucher verdient hätte, gefeiert wurde trotzdem bis in die frühen Morgenstunden.