Zuckerrübenanbauer mit Kampagne zufrieden

Rübenanbauer Ralf Greune aus Engelade wurde zur Regionalvertretung gewählt. (Foto: Knoblich)
 
Ralf Tegtmeyer, Vorstandsvorsitzender: „Unsere Rübenanbauer konnten rund zehn Prozent mehr Zucker vom Hektar ernten als im Schnitt der vergangenen Jahre.“ (Foto: bo)

Winterversammlung in Altgandersheim / Nordzucker AG berichtet von sehr guter Verarbeitungsleistung

Auf der Winterversammlung der Nordzucker AG und der Zuckerrübenanbauerverbände Niedersachsen-Mitte e.V. und Südniedersachsen e.V. in Altgandersheim zogen Vertreter der Nordzucker und der Zuckerrübenanbauerverbände eine äußerst positive Bilanz der abgeschlossenen Rübenverarbeitungskampagne 2012/13. Darüber hinaus gab Nordzucker einen Ausblick für den Rübenanbau und die Zuckerwirtschaft.
Die Rübenkampagne 2012/13 war für alle Beteiligten sehr erfreulich. „Unsere Rübenanbauer konnten rund zehn Prozent mehr Zucker vom Hektar ernten als im Schnitt der vergangenen Jahre“, so Ralf Tegtmeyer aus Hary, Vorstandsvorsitzender des Zuckerrübenanbauerverbandes Niedersachsen-Mitte e.V. Der größte Teil der Kampagne sei recht gut verlaufen. Nur zwischenzeitlich waren Ernte und Anlieferung durch die Witterung beeinträchtigt. Die Rüben kamen meist trocken und sauber in die Fabrik, so dass sie störungsfrei auf hohem Niveau verarbeitet werden konnten.
Für Matthias Schulte, Rübenbüroleiter der Zuckerfabrik Schladen der Nordzucker AG, war die abgelaufene Kampagne sehr erfreulich. „Die Aussaat erfolgte schon Ende März unter sehr guten Bedingungen. Das eher kühle Frühjahr und eine ausgeprägte Trockenphase im August und September haben zunächst den Ertrag begrenzt.“ Nach dem einsetzenden Regen Anfang Oktober habe es dann allerdings einen Zuwachs wie selten im Herbst gegeben, so dass letztlich wieder hervorragende Rüben- und Zuckererträge erreicht werden konnten. „In unserer Region zwischen Leine und Harz konnten die Landwirte daher einen Ertrag von gut 13 Tonnen Zucker je Hektar erzielen.“ Zufrieden berichtet Schulte von der sehr guten Verarbeitungsleistung im Werk. „Dass die Rübe bis zum Ende der Kampagne sehr gut zu verarbeiten war, lag auch an der ausgezeichneten Mietenpflege und rechtzeitigen Abdeckung mit Vliesen“, unterstreicht Schulte. Gezielte Investitionen der Nordzucker hätten diese Spitzenleistungen ermöglicht.
Rückblickend auf die Rübenkampagne berichtete Dirk Wollenweber, Geschäftsführer des Zuckerrübenanbauerverbandes Südniedersachsen e.V., dass die Verbände regelmäßig Kontrollen bei der Bewertung der angelieferten Zuckerrüben vorgenommen habe. Ergänzend erläuterte Wollenweber, dass der Zuckerrübenanbau gegenüber vielen anderen Feldfrüchten bei den diesjährigen Erträgen hoch rentabel sei. Damit der Zuckerrübenanbau auch weiter wettbewerbsfähig bleibe, animierte Wollenweber die Rübenanbauer dazu, alle Reserven zu nutzen, um einen möglichst hohen und stabilen Zuckerertrag zu erzielen. „Dann wird sich die Rübe auch weiterhin als interessante Feldfrucht zeigen.“
Mit Blick auf das Frühjahr und die nahende Aussaat sagte Frank Knälmann, Manager Beschaffungsstrategie: „Nach zwei Rekordjahren raten wir unseren Anbauern, für das nächste Anbaujahr ihre Zuckerrübenflächen einzuschränken. Jetzt gilt es, die Märkte im Auge zu behalten und eng an der Vertragsmenge zu planen.“
Für eine langfristig gesicherte Zuckerproduktion aus heimischem Zuckerrübenanbau sind stabile politische Rahmenbedingungen unverzichtbar. Der Vorschlag der EU-Kommission, die Zuckermarktordnung 2015 auslaufen zu lassen, werde deshalb von der gesamten Zuckerwirtschaft abgelehnt. Ohne Quotenregelung werde es nur schwer möglich sein, die Verbraucher ausreichend mit heimischem Zucker zu versorgen, so dass die Importabhängigkeit weiter steigen werde. Daher sei die Verlängerung der Zuckermarktordnung bis mindestens 2020 notwendig, betonten die Vertreter der Rübenanbauer.
Bei turnusgemäß stattfindenden Wahlen zur Regionalvertretung des Zuckerrübenanbauerverbandes Niedersachsen-Mitte e.V. wurde der Rübenanbauer Ralf Greune (Engelade) gewählt.