„Zwölf Uhr mittags“ um 20 Uhr im Kirchenzentrum

Morgen ist wieder Kinozeit „Hinter der Kirche 1A“

Seesen (bo). Auf einen Leckerbissen dürfen sich die Besucher des nächsten „Kino im Kirchenzentrum“ freuen. Am morgigen Freitag, 11. Mai, wird dort um 20 Uhr der Film „Zwölf Uhr mittags“ gezeigt.
Marshall Kane (Gary Cooper) hat kaum das Ja-Wort auf seiner Hochzeit mit der Quäkerin Amy (Grace Kelly) ausgesprochen, als ihn die Nachricht von der baldigen Ankunft Millers erreicht. Sein Amt hat er schon niedergelegt, draußen wartet abfahrbereit die Kutsche, die das frisch vermählte Paar in eine friedliche Zukunft und eine andere Stadt bringen soll, doch Kane – ahnend, dass ihm Miller überall hin folgen wird – läuft nicht weg, sondern will sich diesem letzten Kampf in seiner Rolle als Gesetzeshüter stellen. Selbst wenn dies den Verlust seiner frisch Angetrauten bedeutet, denn als Quäkerin lehnt Amy jedwede Form von Gewalt ab und ist so nicht zuletzt der Hauptgrund, warum der Marshall sein Amt überhaupt niedergelegt hat. Kane macht sich auf die Suche nach Helfern, die ihm in der anstehenden Schießerei mit Miller und seiner alten Bande, die ihn bereits am Bahnhof erwartet, beistehen. Doch einer nach dem anderen macht einen Rückzieher, aus persönlichen Gründen wie der selbstherrliche Heißsporn Harvey (Lloyd Bridges), aus Selbstzweck, oder aus purer Angst. Nach und nach wendet sich die ganze Stadt, die vor einem Tag noch scheinbar geschlossen hinter Kane stand, von ihm ab, und so tritt der Marshall den Ganoven schließlich allein gegenüber.
Gewalt nicht als Allheilmittel, sondern als aufgezwungenes Übel – während in den meisten Western ohne Hinterfragen fröhlich rumgeballert wurde, sieht sich in „Zwölf Uhr mittags“ selbst der dazu eigentlich berechtigte Gesetzeshüter einer moralischen Debatte ausgesetzt. Aus Liebe zu seiner Frau und aus Respekt für ihre Glaubensgrundsätze hatte er die Waffe eigentlich schon aus der Hand gelegt, und muss sie nun doch noch einmal aufnehmen, als ihn seine Vergangenheit einholt. Er wählt das Duell nicht, weil es die einfachste Lösung ist, sondern die einzige.
„Zwölf Uhr mittags“ ist wesentlich intelligenter und ehrlicher als die sonstigen Vertreter des Wildwest-Mythos. In den Augen vieler Kritiker immer noch einer der besten Spielfilme aller Zeiten.