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Gemeinsam für mehr Sicherheit auf dem Schulweg

Nach dem Ende der Sommerferien beginnt für die Schüler in Deutschland wieder der Unterricht. Landesweit machen sich nun Tag für Tag tausende Kinder und Jugendliche auf den Weg zur Schule und zurück. Dabei verunglücken leider immer noch zu viele von ihnen. Um das Risiko von Verkehrsunfällen mit Kindern zu vermindern, sehen Experten nicht nur die Autofahrer gefordert, insbesondere im Umfeld von Schulen und Kindergärten wachsamer und vorsichtiger zu fahren. Auch die Eltern sollten ihre Sprösslinge ausreichend auf die Gefahren im Straßenverkehr vorbereiten.
Zwar ging die Zahl der bei Verkehrsunfällen verunglückten Kinder (bis 15 Jahre) in Deutschland in den vergangenen Jahren weiter zurück, wie die amtlichen Statistiken ausweisen. Doch 2013 waren immer noch rund 22.000 Kinder in solche Unfälle verwickelt. Auffällig viele davon passierten zwischen sieben und acht Uhr morgens sowie um die Mittagszeit – also vor Schulbeginn und nach Unterrichtsschluss!
Beim Thema Sicherheit auf dem Schulweg sehen Fachleute Eltern und Autofahrer gemeinsam in der Verantwortung. So sollten die Erziehungsberechtigten von Schulkindern, vor allem jüngeren, den Weg zur Schule und zurück nach Hause mit ihnen zusammen durchsprechen, planen und in der Praxis mehrfach abgehen. Dabei gilt als oberste Maxime: Nicht die kürzeste Strecke ist die empfehlenswerteste, sondern die gefahrloseste. Besser man nimmt einen kleinen Umweg in Kauf, wenn dafür Ampeln oder Schülerlotsen ein sicheres Überqueren von Straßen ermöglichen.
Darüber hinaus sollten Eltern ihre Kinder dazu anhalten, sich grundsätzlich vorsichtig einem Fahrbahnrand zu nähern und dort immer erst einmal stehen zu bleiben. Von Vorteil ist es auch, wenn Kinder darin geübt sind, vor dem Betreten einer Straße erst den Blickkontakt zu den Autofahrern zu suchen, um jenen die eigenen Absichten eindeutig anzuzeigen.
Während Eltern die Sicherheit auf dem Schulweg erhöhen, indem sie ihre Sprösslinge für die Gefahren des Straßenverkehrs sensibilisieren und richtiges Verhalten mit ihnen üben, können Autofahrer das Risiko von Unfällen mit Kindern am einfachsten spürbar reduzieren, wenn sie langsamer und vorsichtiger fahren. Dies verdeutlichen Experten anhand einer simplen Faustformel: Wer nur zehn Kilometer schneller fährt als die auf vielen innerstädtischen Verkehrswegen erlaubten 30 Kilometer in der Stunde, verlängert seinen Bremsweg ungefähr um das Doppelte. Damit kann die Chance, sein Auto vor einem plötzlich und unachtsam auf die Straße laufenden Kind noch rechtzeitig zum Stehen zu bringen, schon vertan sein. Deshalb sollten Autofahrer speziell in der Umgegend von Schulen, Kindergärten, Spielplätzen etc. besondere Umsicht walten lassen.
Damit tun sie sich auch selbst einen Gefallen, wie die HUK-COBURG feststellt. Denn der Gesetzgeber trägt der Tatsache, dass Kinder trotz aller Vorsichtsmaßnahmen im Straßenverkehr leicht überfordert sind, insofern Rechnung, als er die Haftung von Kindern unter zehn Jahren für von ihnen verschuldete Verkehrsunfälle grundsätzlich ausschließt. Das heißt: Autofahrer müssen bei einem Unfall mit einem nicht-deliktfähigen Kind unabhängig von der Schuldfrage für den entstandenen Schaden aufkommen.