An der Tankstelle soll jetzt auch Luft was kosten

An einigen Tankstellen sollen die Kunden jetzt für den Luftdruckcheck zur Kasse gebeten werden. (Foto: bo)

Deutscher Verkehssicherheitsrat befürchtet weniger Luftdruckchecks und damit eine Erhöhung der Unfallgefährdung

Seesen / Bonn (bo) Mit dem Vorstoß des Mineralölkonzernes Shell an einigen Tankstellen, Geld für den selbständigen Luftdruckcheck zu verlangen, ist der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) mit Sitz in Bonn nicht einverstanden. Die anderen großen Mineralölkonzerne wie Aral oder Esso sehen von derartigen Probeläufen nach eigenem Bekunde zunächst jedoch ab. „Zu wenig Luft in den Reifen verlängert den Bremsweg und erhöht die Unfallgefahr. Wenn für die selbst durchzuführende Luftdruckkontrolle an Tankstellen jetzt gezahlt werden soll, befürchten wir eine Abnahme der Kontrollen. Es ist bedauerlich, wenn Mineralölgesellschaften diesen kostenlosen Service für die Verkehrssicherheit einstellen wollen", so DVR-Geschäftsführerin Ute Hammer.
Warum der korrekte Luftdruck so wichtig ist machte nun auch der Auto Club Europa (ACE) deutlich und kritisierte die „Gebühr fürs Luftholen“ und verlangt, dass es im Interesse der Unfallverhütung bei der gebührenfreien Dienstleistung an Tankstellen bleiben soll. „Die häufigste Ursache für einen Reifenschaden ist das Fahren mit zu geringem Luftdruck. Deshalb ist es wichtig, den Luftdruck regelmäßig zu überprüfen“, erklärt Gert Schleichert, Fahrsicherheitsexperte des ACE. Zu geringer und auch zu hoher Luftdruck führen durch die geringere Haftfläche zu einem längeren Bremsweg. Außerdem liegt der Reifen nicht mehr mit der ganzen Lauffläche auf der Fahrbahn und fährt sich auf der Mitte der Lauffläche (zu hoher Luftdruck) beziehungsweise der Reifenschulter (zu niedriger Luftdruck) stärker ab, die Kilometerleistung des Reifens verringert sich merklich. Darüber hinaus lässt sich mit dem optimalen Luftdruck bares Geld sparen: Der Kraftstoffverbrauch kann um bis zu drei Prozent gesenkt werden.
Die regelmäßige Kontrolle und Korrektur des Luftdrucks trägt maßgeblich zur eigenen Sicherheit bei. Jeder Autofahrer sollte dabei die folgenden Punkte beachten: (Der Luftdruck sollte regelmäßig, idealerweise alle vier Wochen beim Tankstopp, kontrolliert werden. (Der Luftdruck sollte immer am kalten Reifen gemessen werden. (Die Luftdruckempfehlung des Herstellers sollte immer beachtet werden; diese ist im Tankdeckel, am Türholm oder in der Betriebsanleitung zu finden und kann ruhig um 0,2 bar erhöht werden.
Bezüglich der Reifequalität hat der DVR nun eine Kampagne unter dem Motto „Ich fahr auf Nummer sicher“ ins Leben gerufen. Im Mittelpunkt der Kampagne steht die Qualität der Reifen – von der Produktqualität als solcher (Bremswege oder Nasshaftung), der Wartung (Sicherheitsprofiltiefe, korrekter Luftdruck) bis hin zur qualitativen Beratung im Fachhandel. Weitere Informationen rund um das Thema gibt es im Internet unter: www.reifenqualitaet.de