Die Preise für Winterreifen sind enorm angestiegen

Begehrte Ware. Bei Winterreifen herrscht akuter Mangel. Das hat vor allem Auswirkung auf die Preise. (Foto: Strache)

Vor allem im Transportsegment wird es sehr teuer

Seesen (mn). Der Winter steht vor der Tür, und in der Presse geistern schon seit Tagen Meldungen über einen akuten Mangel an Winterreifen durch die Republik. Folglich steigen die Preise für die wintertauglichen Reifen in schwindelerregende Höhen und bei den Autofahrern macht sich langsam Panik breit.
Der „Beobachter“ hat jetzt bei den ortsansässigen Reifenhändlern nachgefragt, ob die Situation wirklich so dramatisch ist, und ob überhaupt noch Winterreifen vorhanden sind.
Wladislaw Schäfer von Reifen Erhardt Seesen räumte im Gespräch mit dieser Zeitung ein, dass es vor allem im Transporterbereich gegenwärtig sehr schwierig sei adäquate Reifen zu bekommen. Eine Angabe, die auch von Reifen Heise in Rhüden, Autoteile Friebe und der Firma ATOS bestätigt wird.
Carsten Fischer von Autoteile Friebe räumt zwar ein, dass es noch Winterreifen gibt, diese aber sehr hochpreisig sind. Für vier Reifen, der Marke Michelin in der Größe 205/60 R16 werden gegenwärtig 856 Euro fällig. Diese Reifen würden beispielsweise auf einen VW Sharan oder ein ähnliches Modell passen.
Tobias Euler, Leiter der Seesener Filiale von ATOS Autopartner, spricht bei der Reifenknappheit von einem Problem, dass es schon seit mehreren Jahren gibt. „Seit der Einführung der Winterreifenpflicht ist es zu einem regelrechten Run auf die Ware gekommen. Hinzu kommt jetzt, dass auch in vielen weiteren EU-Ländern die Winterreifenpflicht eingeführt wird. Das wird zu noch größeren Engpässen führen“, so Euler. Ein weiteres Problem stelle die Verteilungspolitik der Reifenhersteller dar. „Zunächst wird die Automobilindustrie mit Reifen beliefert. Erst, wenn die versorgt sind, werden Reifen an die kleinen Händler verteilt“, erläutert der ATOS-Filialleiter.
Vor allem im Markensegment ist es sehr schwierig noch Reifen zu bekommen. Alle Fachhändler raten Autofahrern sich jetzt schnellstmöglich zu kümmern. Denn sollte der erste Schnee gefallen sein, wird die Nachfrage nochmals explosionsartig ansteigen. Wer dann noch keine Winterreifen hat, guckt entweder in die Röhre oder muss ganz tief in die Tasche greifen. Am besten sei es ohnehin, so Euler, sich schon im September zu kümmern. Jetzt sei es eigentlich schon zu spät.

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