Einzigartiges Steinmal:Die Rosstrappe bei Thale

Hoch oben, über dem rechten Eingang des Bodetals bei Thale, liegt auf einem Hochplateau ein uraltes menschliches Siedlungsgebiet. Heute ist die „Rosstrappe“ bekannt als Hotel und Ausflugs-lokal, sowie die namensgebende Rosstrappe als Standort einer grandiosen Aussichtsplattform über Bodetal und Harzvorland. Dabei ist die eigentliche Rosstrappe nur ein Sandstein, mit einer Vertiefung in Form eines überdimensionalen Hufabdrucks.
Viele Theorien und noch mehr Sagen gibt es zu diesem Steinmal, aber keine wissenschaftliche Erklärung. Da dieses Hochplateau schon vor über 5.000 Jahren besiedelt oder aber zumindest zeitweise genutzt wurde, wie archäologische Funde belegen, liegt es nahe, dass die „Rosstrappe“ in heidnischer Zeit als eine Art Opferschale diente. Ob selbige natürlichen Ursprungs war oder von Menschen geschaffen wurde, ist eine von vielen ungeklärten Fragen.
Viele archäologische Funde wurden im Thalenser Bodetal schon gemacht. Aber erst als die Archäologie Mitte des 19.Jahrhunderts zur Wissenschaft wurde, maß man Funden des Altertums auch die erforderliche Bedeutung zu. Es ist also nicht verwunderlich, dass zahlreiche Funde zwar schriftlich überliefert, gegenständlich aber nicht mehr auffindbar sind.


Die Sage:
Einst lebten im Harz gewaltige Riesen. Einer von ihnen namens Bodo begehrte die schöne Königstochter Brunhilde. Diese wies ihn jedoch ab.
Eines Tages war Bodo im Wald unterwegs und traf dort auf Brunhilde, die auf ihrem Pferd ausritt. Der Riese wollte die Prinzessin in seine Gewalt bringen und jagte sie kreuz und quer durch das Gebirge. Er hatte sie bereits fast eingeholt, als sich vor ihnen eine tiefe Schlucht auftat. Brunhilde gab ihrem Pferd die Sporen und sprang mit ihm über das Tal auf den gegenüberliegenden Felsen. Dort hinterließ der Aufprall des Pferdehufes einen tiefen Abdruck im Gestein. Lediglich die schwere goldene Krone verlor die Prinzessin bei ihrem waghalsigen Sprung.
Der Felsen erhielt später den Namen Rosstrappe, wo noch heute der Hufeisenabdruck bestaunt werden kann.

Der Riese Bodo aber war mitsamt seinem Pferd zu schwer und stürzte in das Wasser des Gebirgsflusses, welcher unten im Tal entlangfloß. Dieser Fluß wird seitdem nach dem Riesen "Bode" genannt. In einen schwarzen Hund verwandelt bewacht Bodo bis auf den heutigen Tag im dortigen Kronensumpf die Krone der Prinzessin.
Viele Taucher haben seitdem versucht, diese goldene Krone zu bergen. Keinem ist dies jemals gelungen. Stets war die Krone zu schwer und sie versank wieder in den Fluten. Wer zum dritten Mal nach der Krone der Prinzessin tauchte, wurde von Bodo in der Tiefe zerrissen, so daß sich das Wasser der Bode vom Blut des Tauchers rot färbte.