Erste Hilfe beim Herzinfarkt

Bei einem Herzinfarkt kann schnelle und richtiges Handeln von lebenswichtiger Bedeutung sein. (Foto: Johanniter/Jan Dommel)

Symptome erkennen und sofort richtig handeln

Hannover/Seesen (bo). Über 250.000 Menschen erleiden jährlich in Deutschland einen Herzinfarkt, über 60.000 sterben an den Folgen. Herzinfarkte sind hierzulande die häufigste Todesursache. Je schneller man den Notfall erkennt, desto höher sind die Überlebenschancen. Zu den häufigsten Symptomen eines Herzinfarktes zählen plötzliche, schwere Schmerzen im Brustkorb, die oft auch in andere Körperregionen wie Arme, Oberbauch, Hals oder Kiefer ausstrahlen. Weiterhin treten massive Enge- und Beklemmungsgefühle auf, begleitet von fahler Gesichtsfarbe und die Betroffenen leiden unter großer Angst.
Obwohl die Herzinfarkt-Symptome in der Bevölkerung nach Erkenntnissen der Deutschen Herzstiftung gut bekannt sind, vertrauen immer noch viele Erkrankte darauf, dass die Symptome nach einiger Zeit abklingen und rufen viel zu spät den Rettungsdienst. Durchschnittlich verstreichen nach Angaben der Stiftung über drei Stunden, bis bei einem Herzinfarkt der Notarzt gerufen wird.
„Jeder Herzinfarkt kann einen plötzlichen Herzstillstand verursachen. Unter 112 muss deshalb sofort der Rettungsdienst alarmiert werden“, erklärt Dipl.- Ghl. Kersten Enke, Schulleiter der Johanniter-Akademie Bildungsinstitut Hannover. Auf keinen Fall sollte man selbst ins Krankenhaus fahren oder sich von Bekannten oder Verwandten transportieren lassen.
„Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes soll der Betroffene mit erhöhtem Oberkörper gelagert werden und eng anliegende Kleidung sollte gelockert werden. Im Falle der Bewusstlosigkeit muss die Person in eine stabile Seitenlage gebracht werden“, erläutert Enke weiter, „auch frische Luft ist sehr wichtig“.
Die Johanniter empfehlen eine regelmäßige Auffrischung von Erste-Hilfe-Kenntnissen, um im Ernstfall richtig und lebensrettend helfen zu können. Um das Lernen und Merken zu erleichtern haben die Johanniter ein Erste-Hilfe-Ausbildungskonzept entwickelt, welches sich am Lernsystem NLP (Neurolinguistisches Programmieren) orientiert. Auf einer Lernreise begeben sich die Kursteilnehmer auf Inseln mit Notfall-Leitsymptomen. Auf ihrer Reise bekommen sie immer mehr Wissen ins Gepäck und üben die Notfallmaßnahmen mit vielen praktischen Übungen, die teilweise mit Musik unterstützt werden.
Infos zum Kursangebot der Johanniter gibt es im Internet unter www.juh-ausbildung.de oder telefonisch (24 Stunden gebührenfrei) unter 0800 0019214.

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