Hausnotrufe bieten Senioren Sicherheit

Der Vortrag stieß bei den anwesenden Gästen auf großes Interesse.

Im Alter sicher in den eigenen vier Wänden leben / Paritätischer informiert im AWO-Raum

Der Vorsitzende der Seniorenvertretung der Stadt Seesen, Werner Garn, konnte in diesen Tagen zu einem Vortrag seitens des Paritätischen Sozialzentrums Seesen Christiane Berndt-Knop und Gabriele Dittmann in den Räumen der AWO im Bürgerhaus begrüßen. Im Mittelpunkt des Nachmittages standen die sogenannten Hausnotruf-Systeme. Obwohl es sie seit mehr als zwei Jahrzehnten gibt, benutzen sie nur zwei Prozent der über 65-Jährigen. Dabei können die Systeme Leben beziehungsweise Betroffene aus brenzligen Situationen retten.
Wie Christiane Berndt-Knop feststellte, sei es der große Wunsch fast aller Menschen, im Alter in der vertrauten Umgebung zu wohnen. Für viele sei das Leben in den vertrauten vier Wänden auch ohne Weiteres möglich. Doch ohne eine rechtzeitige Vorsorge – Stichwort Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung – sei ein eigenständiges Leben mit Unterstützungsbedarf nicht möglich, betonte sie. Sie riet dazu, in der Familie offen über die Vorsorge zu sprechen und sich beraten zu lassen. Es würden Seniorenberatungen rund ums Älterwerden angeboten. Hier werde beispielsweise informiert über Hausnotrufsysteme, Essen auf Rädern, Hilfen bei der Haushaltsführung, bei Behördengängen und sozialen Kontakten.
„Viele Wohnungen lassen sich mit wenig Aufwand den Bedürfnissen älterer Menschen anpassen“, sagte Christiane Berndt-Knop. Pflegebedürftige hätten bei häuslicher Pflege Anspruch auf Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung als Sachleistung (häusliche Pflege). Der Medizinische Dienst der Krankenkasse stufe die pflegebedürftige Person in sogenannte Pflegestufen ein. Diese Pflegestufen bestimmten den Grad der Pflegebedürftigkeit und daraus
folgten die Höhe der finanziellen Unterstützung von der Pflegekasse.
Zur Unterstützung in der eigenen Wohnung dient das Hausnotrufsystem. Es besteht aus einem Basisgerät, das in der Wohnung unter das Telefongerät passt und parallel dazu angeschlossen wird, erklärte Gabriele Dittmann, ebenfalls vom Paritätischen. Zu dem Basisgerät gehört ein Notrufknopf, der am Körper getragen wird. Drückt ein Kunde den Knopf seines Senders, wird über Lautsprecher und Mikrofon eine Sprechverbindung zur Rufzentrale hergestellt. Die Zentrale sei rund um die Uhr besetzt, so Gabriele Dittmann. Der Sender könne als Armband oder als Halskette getragen werden, und er sei auch wasserdicht. „Die Rufhilfe lohnt sich für Menschen, die selbstständig leben möchten, aber durch ihr Alter oder Krankheit ein höheres Unfallrisiko haben und möglicherweise im Notfall das Telefon nicht rechtzeitig erreichen würden“, hieß es abschließend. Das Paritätische Sozialzentrum berate auch dazu jederzeit und gern.
Zum Schluss bedankte sich Werner Garn bei den Referentinnen des Paritätischen sowie bei der Vorsitzenden des AWO-Ortsvereins Seesen, Edeltraud Wollenweber, für die Bereitstellung der Räume.