Haustiere können Medizin für Körper und Seele sein

KKH-Allianz: Vor allem für ältere Menschen Garant für mehr Lebensqualität

Psychische Erkrankungen treten immer häufiger auch im Rentenalter auf. Das belegt eine aktuelle Erhebung der KKH-Allianz, nach der ein Drittel der psychisch erkrankten Versicherten 61 Jahre und älter ist. „Immer mehr, insbesondere auch ältere Menschen leben – selbstbestimmt oder durch Schicksal – allein, haben obendrein mit dem Verlust von Angehörigen oder Freunden zu kämpfen“, sagt Bernd Leonhardt vom KKH-Allianz Serviceteam in Göttingen. Damit einher können Einsamkeit und Isolation gehen sowie das Gefühl, nicht gebraucht zu werden. Mögliche Folge: Das seelische Gleichgewicht kann ins Wanken geraten und zu psychischen Erkrankungen wie Depressionen führen.

Hier kann ein Haustier – ob ein Hund, ein Kanarienvogel, Goldfische oder eine Katze –helfen, die Leere zu füllen und damit vor Stimmungsschwankungen und sogar Depressionen schützen. Tierbesitzer kennen das: Selbst wenn sie nur kurz fort waren, werden sie von ihrem Vierbeiner begrüßt, als kehrten sie von einer langen Reise zurück. Und wer freut sich nicht, wenn er so herzlich empfangen wird. „Tiere tun dem Menschen gut“, ist Bernd Leonhardt überzeugt. „Sie leisten einem Gesellschaft, ersetzen menschliche Nähe. Damit verdrängen sie Gefühle der Einsamkeit und steigern die Lebensqualität.“ Wer mit einem Tier spricht, sich seine Sorgen von der Leber redet, verschafft sich zudem ein wichtiges Ventil für die aktive Verarbeitung seiner Probleme.

Studien belegen, dass Tierhalter weniger anfällig für Krankheiten sind, weniger Medikamente benötigen und deutlich seltener zum Arzt gehen als Menschen ohne Haustier. Allein die Anwesenheit von Hund oder Katze senkt Puls und Blutdruck. Ein enger Kontakt zu Tieren kann zudem Stress und Ängste abbauen. „Wer schon einmal eine zufrieden schnurrende Katze gestreichelt hat, kann nachvollziehen, wie entspannend und beruhigend das sein kann“, so Leonhardt.

Tiere helfen älteren Menschen auch, den Tagesablauf zu strukturieren. Und: Sie regen zum Aktivsein an, halten damit gesund. „Wer beispielsweise einen Hund hat, muss täglich bei Wind und Wetter mit ihm spazieren gehen“, sagt Bernd Leonhardt. „Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft stärkt Herz, Kreislauf sowie das Immunsystem – wichtig insbesondere für ältere Menschen, um fit zu bleiben – und reduziert das Herzinfarktrisiko.“
Noch ein Tipp für all jene, die kein Haustier halten können: Erkundigen Sie sich in einem Tierheim in Ihrer Nähe. Dort sind Gassigeher mit Sicherheit willkommen.