Natur im Aufbruch – Leinenpflicht für Hunde

Seit dem 1. April und bis zum 15. Juli ist „Brut- und Setzzeit“

Wieder ist die Natur im Aufbruch. Frisches Grün bohrt sich durch den trockenen Oberboden und verdrängt die braune Winterfarbe von Feldrain und Waldboden. Die Knospen können ihre Schuppen kaum noch zusammen halten.

Viele Blütenknospen sind schon aufgeplatzt, und die ersten Blattknospen lassen ihre Blätter heraus. In der Tierwelt werden Partner gesucht, Nester gebaut, Baue gesäubert, alte Reviere verteidigt oder neue abgesteckt – Nachwuchs steht ins Haus. Und so gleicht der Aufbruch mancherorts einem Aufruhr.
Dies alles geschieht in diesem Jahr besonders früh. Schon seit Wochen suchen Hummel- und Wespenkönigin geeignete Quartiere für ihr neu aufzubauendes Volk. Viele Vögel sind besonders zeitig aus ihrem Winterquartier zurückgekehrt, wenn sie überhaupt noch in ihren Winterquartieren waren.
Für viele Menschen bedeutet der Start der Natur in ihren neuen Kreislauf auch ein Wieder-Aufleben der eigenen Kräfte, Leib und Seele genießen diese Zeit in besonderer Weise. Nun kommt es nur noch darauf an, den eigenen Drang nach Naturgenuss mit den Bedürfnissen der im Aufbruch befindlichen Natur in Einklang zu bringen. Und das ist eigentlich gar nicht so schwer. Die jungen Pflanzensprosse sind besonders zart und empfindlich.

Von Hundebesitzern wird Rücksicht erwartet

Nistplatzsuche, Nestbau und Brutgeschäft vertragen keine Störungen. Die hochträchtigen Säugetiere sind unbeweglich und kaum noch in der Lage, bei Gefahr zu fliehen.
Besondere Rücksicht wird in dieser Zeit von den Hundebesitzern und ihren vierbeinigen Freunden erwartet. Die leinenlose Zeit ist erst einmal vorbei. Seit dem 1. April und bis zum 15. Juli gilt Leinenzwang, das heißt außerhalb geschlossener Ortschaften dürfen Hunde nur angeleint bewegt werden. Dies ist die gesetzlich festgelegte „Brut- und Setzzeit“. Natürlich hält sich die Tierwelt nicht an diesen Kalender, da viele Faktoren für Geburt und Aufzucht von Nachwuchs eine Rolle spielen. Schon jetzt gibt es Jungfüchse und -hasen sowie Frischlinge. Und im August ziehen immer noch manche Vogelarten ihre zweite Brut auf.
Aber der Gesetzgeber lässt dem Menschen durch die Festlegung einer relativ kurzen „Kernzeit“ eben auch ein hohes Maß an Freiheit, überträgt ihm aber auch Verantwortung. All das steht übrigens im „Niedersächsische Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung“. Naturfreunde und Kenner wissen dies eigentlich alles auch ohne Gesetzestext. Sie sollen an dieser Stelle nur noch einmal von Naturschutz und Jägerschaft daran erinnert werden. Auch erinnert werden soll in diesem Zusammenhang noch einmal daran, dass beim Wandern oder Spazierengehen „gefundene“ Jungtiere oder Jungvögel nicht verlassen sind. Sie sind nicht schutzlos.

„Findlinge“ sollten in keinem Fall berührt werden

Die Elterntiere sind nur vorübergehend nicht bei ihnen, eben auch, weil wir Menschen neben ihrem Nachwuchs stehen. „Findlinge“ also nicht berühren oder gar mitnehmen, sondern in deren angestammten Lebensraum lassen. Sie sind in den allermeisten Fällen nach wie vor in elterlicher Obhut.