Seesener Impress-Werk auf der Überholspur

Teamarbeit wird im Seesener Impress-Werk groß geschrieben. Marketing-Manager John Martyn, Entwicklungsleiter Uwe Kloss, Fertigungsmitarbeiter Klaus Jürgens und Matthias Hildenhagen sowie Werksmanager Ulrich Hartmann haben Großes geleistet.
 
Innovation Made In Seesen: Das neuartige Verschlusssystem KlickSafe wurde in der Kategorie Verkaufsverpackungen mit dem Deutschen Verpackungspreis 2010 ausgezeichnet. (Foto: bo)

Mit Innovationen sichern die Vorharzer Verpackungsspezialisten wichtige Arbeitsplätze

„Weltweit einzigartig.“ So lässt sich die neueste Entwicklung aus dem Seesener Werk von Impress wohl am besten beschreiben. Dass es sich bei dieser Beschreibung nicht um eine übertriebende Lobhudelei handelt, beweist ein Blick auf das neuartige Verschluss-System für Metall-Eimer mit dem Namen „KlickSafe“ und die Tatsache, dass die Seesener mit diesem Produkt den renommierten Deutschen Verpackungspreis 2010 in die Stadt im Vorharz holen konnten.

Von Maximilian Strache

Seesen. Bahnbrechende Innovationen brauchen für gewöhnlich ihre Zeit. Es gilt als sicher, dass auch ein genialer Kopf wie Thomas Alva Edison, die Glühbirne nicht an einem Tag erfunden hat.
Umso beindruckender ist es, dass die Seesener Verpackungsspezialisten von Impress nur zwei Jahre von einer Idee bis zur Serienreife des Produktes gebraucht haben.
Uwe Kloss, zuständig für die Innovationen im Seesener Werk, berichtet nicht ohne Stolz von den Leistungen, die er und sein Team in den vergangenen 24 Monaten vollbracht haben. „Die Verbindung von zwei verschiedenen Materialien, in unserem Fall Stahlblech und Kunststoff, verläuft meist nicht ohne Probleme. Deshalb ist es sehr bemerkenswert, dass wir das Produkt in einem Zeitraum von zwei Jahren bis zur Serienreife entwickelt haben.“
Doch was macht das mit dem deutschen Verpackungspreis prämierte Produkt so einzigartig? Jeder kennt das wahrscheinlich: Bisher benötigte man fast immer ein Werkzeug, egal ob Schraubendreher oder Spachtel, um einen Metalleimer zu öffnen. Folge dieser abenteurlichen Öffnungsmethoden waren meist Deformierungen des Deckels und im schlimmsten Fall Verletzungen, da ein Abrutschen beim Öffnen des Eimers keine Seltenheit war. Mit dem KlickSafe-Verschluss aus Kunststoff ist dies nicht mehr erforderlich. Diese innovative Lösung ermöglicht vor allem ein optimales Wiederverschließen und erneutes Öffnen des Eimers. Ein einfaches hoch- und runterklappen des Kunststoffrandes reicht aus. Spannringe und die so genannten Sipra-Verschließreifen sind nicht mehr erforderlich. Eingetrocknete Farben und Lacke gehören somit der Vergangenheit an.
Vor allem für Handwerker, die beispielsweise im Schiffsbau tätig sind und oft in schwindelerregenden Höhen arbeiten, ist der neue Verschluss eine enorme Arbeitserleichterung. Umständliches herbeikramen von Werkzeug, welches dann zu allem Überfluss noch vom Gerüst fällt, sind Geschichte. Doch auch der ambitionierte Heimwerker dürfte an dem neuen Metall-Eimer mit dem KlickSafe-Verschlusssystem seine helle Freude haben.
Ulrich Hartmann, Manager im Seesener Werk, weiß noch über weitere Vorteile des Metall-Eimers zu berichten: „Verpackungen aus Weißblech sind vor allem in Bezug auf den Klimaschutz eine hervorragende Alternative zu den vielfach eingesetzten Kunsstoffverpackungen. Weißblech ist zu 100 Prozent recyclebar. Der komplette Eimer kann nach Gebrauch eingeschmolzen und erneut in den Rohstoffkreislauf eingespeist werden. Das funktioniert bei Kunststoff nicht.“ Der Anteil von Kunststoff an dem neuen Produkt ist bei Fragen nach der Umweltverträglichkeit guten Gewissens fast zu vernachlässigen. „Für die Herrstellung des Produktes werden nur geringste Mengen an Kunststoff verwendet. Wir haben Kunststoff nur an Stellen eingesetzt, wo seine Flexibilität von Vorteil ist“, weiß Kloss in diesem Zusammenhang zu berichten.
Doch die Veranwortlichen im Seesener Werk wollen im Hinblick auf diesen großen Erfolg jetzt erst richtig durchstarten. Metallverpackungen werden traditionell für Füllgüter, wie Bitumen, Klebstoffe, Farben, Lacke, Öle oder Fette, verwendet. Natürlich wird dieser tradierte Markt, auch für den Metall-Eimer mit dem Klick-Safe-Verschlusssystem, als Haupteinsatzgebiet gesehen; doch Marketingmanager John Martyn hat noch viele weitere Einsatzgebiete im Auge. „Der Fantasie sind beim Einsatz des KlickSafe-Systems fast keine Grenzen gesetzt. Beispielsweise denken wir darüber nach, den KlickSafe-Metall-Eimer in der Nahrunsmittel- oder Bekleidungsindustrie zu etablieren“, so John Martyn im Rahmen eines Pressegesprächs. Und Uwe Kloss fügt hinzu: „Der Vorteil gegenüber Kunststoffverpackungen, die gegenwärtig vermehrt in der Nahrungsmittelindustrie eingesetzt werden, liegt vor allem in der Geschmacks- und Geruchsneutralität von Weißblechfabrikaten. In der Vergangenheit kam es häufig zu Meldungen, dass Kunststoffe Nahrungsmittel kontaminieren. Das von uns eingesetzte Material tut dies nicht.“ Der Kunststoffverschluss kommt im Übrigen nicht in Kontakt mit dem Füllgut. Er sitzt außen auf.
Weitere Einsatzgebiete machen die Impress-Manager auch schon aus. Beispielsweise könnte der Metall-Eimer für Spielzeuge aller Art verwendet oder als Marketing-Artikel in fast allen Bereichen eingesetzt werden.
Als weiteren Vorteil gegenüber Mitbewerbern beschreibt Hartmann, neben der innovativen Produktpalette, die Dienstleistungsausrichtung des Seesener Impress-Werkes. „Wir sind für unsere Kunden da und besuchen sie auch gerne vor Ort. Wir sind stets bestrebt, individuelle Lösungen für jeden einzelnen Kunden zu finden und sind darüber hinaus gerne bereit, bei Problemen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Bei uns kaufen Kunden nicht nur ein Produkt, sondern sie sichern sich gleichzeitig umfassende Dienstleistungen.“
Für den Standort Seesen hat der Gewinn des Deutschen Verpackungspreises 2010 äußerst positive Auswirkungen. „Um sich am Markt zu behaupten, braucht es Innovationen. Wir wollen die bestehenden Arbeitsplätze sichern und im Idealfall natürlich expandieren. Das gelingt nur mit Produkten, die kein anderer Hersteller im Angebot hat“, berichtet Hartmann über die Zukunftspläne.
In Anbetracht der Tatsache, dass gerade im ländlichen Raum viele Unternehmen den Rückzug anziehen, sich in Ballungsräumen niederlassen oder ihre Produktionsstätten ins Ausland verlegen, dürften diese Aussagen optimistisch in die Zukunft blicken lassen. Eines steht auf jeden Fall fest. Die Belegschaft des Seesener Werks hat mit der Umsetzung dieser Innovation bewiesen, dass mit ihr in Zukunft fest zu rechnen ist.