Sicherheit für Engagierte im Ehrenamt

Ehrenamtsbörse Seesen weist auf Regelungen im Schadensfall hin

Das ehrenamtliche Engagement ist auch in Seesen weiter ungebrochen. Fortlaufend oder sporadisch unterstützen Seesener Bürgerinnen und Bürger Dritte auf freiwilliger unentgeltlicher Basis oder gegen eine geringe Aufwandsentschädigung. Sie sind in Schulen, Kindergärten, Seniorenheimen und sozialen Einrichtungen tätig. Im Zusammenhang mit den erwarteten Herausforderungen bei der Aufnahme von Flüchtlingen und deren Eingliederung in die Gesellschaft kommen weitere Aufgaben und neue Akteure hinzu.


Dabei taucht immer wieder die Frage auf, wie denn die Absicherung ehrenamtlich Tätiger gewährleistet wird. „Es ist verständlich, dass die engagierten Menschen wissen wollen, was geschieht, wenn ihnen in Ausübung ihres freiwilligen Einsatzes etwas passiert oder sie selbst in diesem Zusammenhang einen Schaden verursachen“, unterstreicht Renate Krause, Koordinatorin der Ehrenamtsbörse Seesen.
Bei allen Aktiven, die aufgrund von öffentlichen Aufgaben ehrenamtlich arbeiten (zum Beispiel Gemeinderatsmitglieder, Schöffen, Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren, Versichertenälteste) besteht gesetzlich ein ausreichender Versicherungsschutz.
„Die über die Ehrenamtsbörse vermittelten Personen klären wir dahingehend auf, dass das Land Niedersachsen einen Rahmenvertrag zum Unfall- und Haftpflichtversicherungsschutz mit den VGH-Versicherungen für freiwillig Engagierte als sogenannte „Auffanglösung“ abgeschlossen hat. Diese kommt dann zum Tragen, wenn für die Ehrenamtlichen kein anderweitiger Versicherungsschutz besteht.
Allerdings solle damit nicht die Deckung einer bei den Trägerorganisationen oder privat bestehenden Versicherungen übernommen werden. Grundsätzlich gelte ein subsidiärer Versicherungsschutz. Das bedeutet, ein bestehender privater oder institutioneller Haftpflicht- beziehungsweise Unfallversicherungsschutz ist im Schadensfall vorrangig.
Damit bleiben die jeweiligen Trägerorganisationen (Vereine, Initiativen), bei denen die Freiwilligen tätig sind, für den Versicherungsschutz verantwortlich. Außerdem verfügen die meisten Menschen über eine Privathaftpflichtversicherung, die auch mögliche Schäden bei ehrenamtlicher Tätigkeit abdeckt.
Für die einzelnen ehrenamtlich Tätigen ist damit sichergestellt, dass im Fall einer anderweitig nicht vorhandenen Versicherung der Rahmenvertrag des Landes greift. Die VGH Versicherung hat die Auskunft erteilt, dass sie in unklaren Schadensfällen die Ehrenamtlichen bei der Schadensabwicklung unterstützt.
Renate Krause: „Glücklicherweise hatten wir als Ehrenamtsbörse seit unserem Bestehen noch keinerlei Schadensmeldungen zu verzeichnen. Trotzdem werden wir noch in diesem Jahr eine Veranstaltung zu dem Thema mit einer Referentin oder einem Referenten der VGH durchführen, um Interessierten die Möglichkeit zu geben, auch Sonderfragen zu klären.“
Die Ehrenamtsbörse Seesen wird über den AWO-Kreisverband Goslar vom Land Niedersachsen gefördert und von der Stadt Seesen unterstützt.