Von Zappelphilipp und Hans Guck in die Luft

Fachvortrag über ADHS im ZEF Seesen

Von „A wie „unAufmerksam“ bis S wie „Schwer zu bewegen“, etwas zu tun, was er nicht will und sie nicht interessiert – Dr. Henrik Uebel, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie der Ernst-August-Universität Göttingen, Leiter der Fachambulanz für ADHS-, Zwang- und Ticprobleme und ärztlicher Leiter einer jugendpsychiatrischen Rehabilitationsklinik, wird zu dieser Thematik am Mittwoch, 28. November, um 19 Uhr in den Räumen des AWO-Zentrums für Erziehungs- und Familienberatung (ZEF), Jacobsonstraße 34 in Seesen, einen Vortrag halten. Der Eintritt ist frei.
Vom Zappelphilipp bis zum Hans Guck in die Luft, ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom) ist eine Verhaltensbeschreibung für eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen, die in einem nicht unerheblichen Maße auch schon Verhaltensauffälligkeiten zeigen, bevor sie in die Schule kommen. „Nach empirischen Studien werden bei bis zu 20 % der Kinder im Vorschulalter Auffälligkeiten wie Impulsivität, Unaufmerksamkeit und/oder Hyperaktivität von ErzieherInnen beobachtet“. So stellen unruhige, quirlige und ungestüme Kinder nicht nur Eltern und Lehrer, sondern auch immer häufiger auch Erzieherinnen im Kindergarten vor große Herausforderungen. Die Kinder sind wie aufgedreht und verlieren beim Spielen leicht die Geduld.
Ist ADHS eine genetisch bedingte Krankheit, die durch Umweltfaktoren wie Schnelllebigkeit, Hektik und Reizüberflutung durch unkontrollierten Medienkonsum noch verstärkt wird?
Andererseits kann man sich die Frage stellen, ob wir uns die ADHS-Probleme von immer mehr Kindern nicht selbst züchten, indem wir immer höhere Anforderungen an die Erziehung stellen, denen sich die Kinder durch ADHS zu entziehen versuchen, oder wogegen sie rebellieren?
Spiegeln sich die Unruhe der Kinder und ihre mangelnde Fähigkeit zur Selbstberuhigung nicht in der Unsicherheit der Eltern wider, sowohl im Umgang mit Erziehungsproblemen, als auch in ihrem Lebensgefühl?
Um Antworten auf diese und viele anderen Fragen zu bekommen, sind alle Interessierten ganz herzlich zum Fachvortrag „ADHS“ mit dem Referenten, Dr. Henrik Übel, eingeladen.