Was Hausbesitzer bei Frost beachten sollten

Hilfreiche Tipps zur Vorbeugung und im Schadensfall

Im Winter setzen Schnee und Dauerfrost Haus und Wohnung mitunter gehörig zu. Geplatzte Heizungsrohre und -kessel, Wärmepumpen und Heizkörper sowie gesprengte Wasserleitungen können im schlimmsten Fall die Folge sein.

Rolf Mertens, Versicherungsexperte von ERGO, macht auf die Risiken aufmerksam und gibt hilfreiche Tipps, wie Mieter und Hausbesitzer Frostschäden an Wasser- und Heizungsleitungen vorbeugen können. Darüber hinaus erklärt der Versicherungsexperte, was im Schadensfall zu tun ist.
Die vergangenen Jahre haben gezeigt: Harte Winter mit strengem Frost sind in Deutschland keine Seltenheit. Doch die arktische Kälte kann für Mieter und Hausbesitzer ein folgenreiches Nachspiel haben. Allein 2011 wurden mehr als 1,3 Millionen Frostschäden gemeldet.
Wie entstehen diese Frostschäden eigentlich? Viele Mieter und Eigentümer unterschätzen schlichtweg, welche Folgen Dauerfrost und klirrende Kälte für das eigene Heim haben können. Dazu kommt, dass Leitungen normalerweise gut verputzt hinter der Wand liegen. Da ist es nicht verwunderlich, wenn die Bewohner sie bei der Vorbereitung des Heims auf den Winter leicht übersehen. Bei anhaltenden Minustemperaturen können Leitungsrohre und Heizungen jedoch schnell einfrieren, wenn nicht rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Besonders gefährdet sind Leitungen in Außenwänden, Gärten und selten genutzten Räumen. Gefriert das Wasser in den Leitungen, vergrößert sich sein Volumen um etwa zehn Prozent. Die Wasserrohre können dem Druck oft nicht standhalten und bersten. Sobald das Wasser wieder auftaut, dringt es aus den defekten Rohren in das Mauerwerk ein und verursacht dort unter Umständen immense Schäden.
Welche Maßnahmen können Eigentümer und Mieter vor der Frostperiode ergreifen, um solchen Frostschäden wirksam vorzubeugen? Der beste Tipp, um das Heim vor den möglichen Folgen einer andauernden Frostperiode zu bewahren, ist, alle Wohnräume konstant zu beheizen. Dies gilt auch für wenig genutzte Zimmer, beispielsweise Abstell- oder Kellerräume. Die Temperatur sollte darin am besten niemals unter 17 Grad Celsius sinken. Bei ungenutzten Gebäudeteilen oder Wohnräumen – zum Beispiel im Ferienhaus – sollten Hausbesitzer die Leitungen am besten rechtzeitig vor Frosteinbruch entleeren und den Zufluss abdrehen.
Das gilt auch bei längerer Abwesenheit von der Wohnung, etwa während des Winterurlaubs. Um auf der sicheren Seite zu sein, empfiehlt es sich, vor der Abreise alle Wasser- und Heizungsrohre zu entleeren. Dazu schließen Hausbesitzer zunächst die Absperrvorrichtung in den Zuleitungen und lassen dann das Wasser an der tiefst gelegenen Stelle ab. Was viele übrigens nicht wissen: Das Eiskristall-Symbol auf dem Thermostatventil, der sogenannte „Frostwächter“, bewahrt nicht vor dem Zufrieren der Wasserleitungen. Tatsächlich sorgt diese Einstellung nur dafür, dass der Heizkörper selbst nicht zufriert.
Was ist konkret zu tun, wenn Leitungen trotz aller Vorsicht eingefroren sind? Und wer kommt für die Schäden in den eigenen vier Wänden auf? Wenn Leitungen eingefroren sind, muss zunächst die Wasserversorgung der betroffenen Leitung abgestellt werden. Als nächstes sollten die Bewohner den Wasserhahn öffnen und in Richtung der gefrorenen Stellen hin vorsichtig mit heißen Tüchern, Heizmatten, Föhn oder Heizlüftern auftauen. Auf keinen Fall sollten Sie mit offenem Feuer, Infrarotstrahlern oder Heißluftpistolen zu Werke gehen, denn diese können das Rohr zum Platzen bringen.
Wichtig ist auch, den Haupthahn bei Wiederinbetriebnahme möglichst behutsam und langsam wieder zu öffnen. Wer das Risiko nicht eingehen will, beim Auftauen einen Schaden anzurichten, beauftragt am besten einen fachkundigen Installateur. Und: Wurde ein Leitungswasserschaden bemerkt, sollte umgehend der Versicherer informiert werden. Bei Frostschäden am Haus leistet die Wohngebäudeversicherung, Schäden an der Einrichtung wiederum übernimmt die Hausratversicherung – vorausgesetzt der Vertrag beinhaltet jeweils Leitungswasserschäden.
Generell gilt jedoch: Hausbesitzer und Mieter müssen das Risiko eines Frostschadens so gering wie möglich halten und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, damit auch der volle Versicherungsschutz besteht.