Wespen – kein Grund zur Panik!

Jetzt ist wieder die Zeit, in der Wespen besonders aggressiv und nervig sind. (Foto: sikapaulus_pixelio.de)

NABU Niedersachsen gibt hilfreiche Tipps zum korrekten Umgang mit Hornissen & Co.

Der heiße und trockene Mai war ideal für die Entwicklung von Insekten. Derzeit werden auch Wespen wieder vermehrt von Obstkuchen, Saft und Eis angelockt. Der Genuss von süßen Speisen unter freiem Himmel wird deshalb schnell unangenehm.

Doch die Begegnung mit den ungebetenen, gelb-schwarzen Gästen ist noch längst kein Grund zur Panik. Der NABU Niedersachsen gibt hilfreiche Tipps, wie man sich bei Wespenbesuch richtig verhält und sich effektiv vor Stichen schützen kann.
Mit Beginn des Hochsommers werden Wespen wieder besonders aufdringlich. Bisher benötigten sie nur Eiweiß zur Aufzucht ihrer Larven. Jetzt erscheinen sie lästig, da sie nun gezielt nach Zucker suchen und Nahrungsmittel anfliegen. „Wespen sind besonders hartnäckig, wenn sie ihre Leibspeise vor sich haben und hungrig sind“, erklärt der NABU. Doch viele vermeintliche Tricks um Wespen dauerhaft fernzuhalten, wie Kupfermünzen auf den Tisch zu legen, sind nutzlos. „Fangfallen oder Ablenkfüttern haben sogar einen negativen Einfluss, da noch mehr Tiere angelockt werden“, so der NABU.
Kommen einem Wespen und Hornissen zu nahe, gilt es am besten die Ruhe zu bewahren. „Hektische oder panische Bewegungen sollten in der Nähe der gelb-schwarz-gestreiften Tiefflieger vermieden werden“, rät der NABU. „Und auf keinen Fall die Wespe anpusten.“ Das Kohlendioxid in der Atemluft ist ein Alarmsignal für die Tiere und versetzt sie in Angriffsstellung. Normalerweise reagieren Wespen bei der Nahrungssuche nicht aggressiv. Sie wehren sich erst, wenn sie sich bedroht fühlen.
Um unliebsame Zwischenfälle zu verhindern, helfen einfache Verhaltensregeln: Lebensmittel und Getränke im Freien abdecken und alle Reste nach der Grillparty sofort wieder wegräumen. „Wichtig ist es auch, Kinder mit Strohhalm trinken zu lassen und ihnen nach dem Essen das Gesicht und die Hände abzuwischen, um die Wespen nicht anzulocken“, so der NABU. Wespen können zudem von Gerüchen wie duftendem Parfüm, Cremes und Holzmöbelpolitur angezogen werden. Aber auch bunt geblümte Kleidung hat für sie ihren Reiz. Weiterhin sollte man immer den Mülleimer und Kompost abgedeckt halten. „Besonders bei Gewitter oder zum Ende der Flugzeit steigt bei vielen Wespen die Aufdringlichkeit. Dann geht man ihnen am besten aus dem Weg.“
Was viele Menschen nicht wissen: Ein Wespenvolk lebt nur vom Frühjahr bis zum Herbst. Zwischen August und Oktober stirbt der gesamte Wespenstaat ab, nur die begatteten Jungköniginnen überleben und suchen sich einen Unterschlupf für den Winter. So lange sollte man auch mit der Beseitigung von Wespennestern warten. Nester dürfen weder zerstört noch ohne Genehmigung entfernt werden, da sie durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt sind. Bei einer notwendigen Beseitigung helfen Fachleute wie die Untere Naturschutzbehörde.
Damit Wespen nicht ungebeten in die Wohnung fliegen, hilft auch ein Fliegengitter an Fenstern und Türen (Maschenweite kleiner als drei Millimeter). Auch eine Raumschleuse, wie zum Beispiel ein Vorhang nach der Eingangstüre, ist nützlich. Übrigens ist Wespe nicht gleich Wespe. Lediglich zwei der in Deutschland insgesamt neun sozialen Wespenarten, die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe, sorgen für den schlechten Ruf der Fluginsekten.
Das Faltblatt „Keine Angst vor Wespen und Hornissen“, des NABU Niedersachsen informiert über die interessante Biologie der oft verkannten Tiergruppe und über wichtige Verhaltensregeln im Umgang mit den Tieren. Zu beziehen ist das Faltblatt unter Angabe der Postadresse per E-Mail: info@NABU-niedersachsen.de