1. Nordharzklasse: Eine gute Halbzeit reichte am Ende nicht

Union hatte 45 Minuten lang die Gäste aus Jerstedt im Griff, die zweite Halbzeit gaben die Kernstädter dann jedoch nach 3:1 Führung ab.
 
Nach dem 0:1 Rückstand und dem 1:1 Ausgleich, gelang Elmir Isic der 2:1 Führungstreffer.

SV Union Seesen verliert nach 3:1 Führung zur Halbzeit mit 3:5 gegen die TSG Jerstedt. Licht und Schatten lagen dicht beieinander.

Am Mittwoch empfing der Aufsteiger aus Seesen, die favorisierten Jerstedter zum Punktspielauftakt an der Schildau. Trotz drei fehlender Stammspieler wollten die Unioner ihre Außenseiterrolle annehmen und den Tabellensechsten der letzten Saison ärgern. Das junge Team um Trainer Jörg Müller konnte im letzten Testspiel vor heimischer Kulisse einen Sieg einfahren und selbstbewusst in die Partie gegen Jerstedt gehen. Nach dem Abtasten beider Teams gelang Timo Dürkopp nach einer Standardsituation die Führung für die Gäste. Aus Union-Sicht ein schlechter Start in die Partie. Nur acht Minuten brauchten die Unioner um auf die Führung der Gäste mit dem Ausgleichstreffer von Alexander Bause zu antworten. Plötzlich änderte sich die Partie und die Unioner machten deutlich Druck. Nur noch selten tauchten die Gäste vor dem Tor der Kernstädter auf und konzentrierten sich auf die Verteidigung. Eine Angriffswelle nach der Anderen rollte auf das Jerstedter Tor zu und Unioner Elmir Isic nutzte eine der sich ergebenden Chancen in der 29. Minute zum 2:1 Führungstreffer. Es war die stärkste Phase der Unioner in der auch weitere Tore hätten fallen können. Und tatsächlich konnten die Unioner mit Khodor Badawi in der 38. Minute auf 3:1 erhöhen. Nach echten Torchancen hätten die Hausherren sogar noch höher führen müssen. Mit einem zwei Tore Polster aus Sicht der Seesener ging es in die Pause. Das Spiel nahm in der Schlussphase der ersten Halbzeit deutlich an Härte zu. Schiedsrichter Frank Haarnagel beließ es noch bei Ermahnungen.

Mit Anpfiff der zweiten Halbzeit begannen die Hausherren etwas defensiver zu agieren und auf Konter zu spielen. An weiteren Chancen mangelte es den Unionern auch nicht, doch wer vorne die Tore nicht macht, läuft Gefahr selber welche zu kassieren. Immer wieder blitzten die Qualitäten des Jerstedter Stürmers Marco Schmidt auf. Selbst mit zwei Verteidigern gedeckt blieb er brandgefährlich und schoss sein Team in der 57. Minute auf 3:2 heran. Wie aus dem Nichts drehte das Spiel, die Jerstedter zeigten Moral und die Hausherren wirkten plötzlich gehemmt und ängstlich. Nicht so Marco Schmidt, der durch seinen Treffer noch schneller, wendiger und quirliger wirkte. In der 69. Minute dann der Ausgleichstreffer zum 3:3, natürlich von Marco Schmidt. Vorangegangen war ein Pfostenschuss der Unioner und fast im Gegenzug fiel der Ausgleich. Für die junge Verteidigung der Unioner eine neue Herausforderung und teilweise lagen die Nerven blank, das Selbstvertrauen wie weggeblasen. Aus der Zwei-Tore-Führung war ein Ausgleich geworden und nun wackelte auch noch dieser eine Punkte. Und wenn das Quäntchen Glück fehlt, kommt in solchen Spielen noch das Pech hinzu. Der gerade frisch eingewechselte Unioner Emre Öksüz positioniert sich in die Außenverteidigung und beim Klärungsversuch rutsch ihm der Ball über den Spann und landet unhaltbar zum 3:4 im eigenen Tor. Was für ein Drama, jetzt war das Spiel nochmal gekippt, dieses Mal zum Vorteil für die Gäste aus Jerstedt. Nicht ohne Grund schloss die TSG Jerstedt die letzte Saison als Tabellensechster ab, wer dieses Team in der Halbzeit abgeschrieben hatte, wurde eines besseren belehrt. Und der Matchwinner an diesem Mittwoch war der Jerstedter Marco Schmidt der in der 77. Minute seine tolle Leistung mit dem 3:5 Siegtreffer krönte. Union hatte in der ersten Halbzeit gezeigt, was die junge Mannschaft mit vielen A-Jugendlichen leisten kann, in der zweiten Hälfte fehlte die Erfahrung einen solchen Vorsprung sicher zu halten.

Für Union spielten: Ali Salman, Tristan Beissert, Leon Steinhoff, Khodor Badawi, Jan Rohkamm, Elmir Isic, Abbdullah Bas, Jan Tönskämper, Alexander Bause, Sehmus Savgat, Emre Öksüz, Munir Elamin und Resul Haktan Taman.