1. Nordharzklasse: Unioner siegen in Oker mit 4:2

Ob nach Standard oder aus dem Spiel heraus, den Unionern fehlte einfach die Cleverness die Hausherren aus der Partie zu nehmen.
 
Immer wieder rennen die Unioner an, aber die zündelnde Idee fehlte ihnen.

Der SV Union Seesen fährt am Sonntag beim VfL Oker drei wichtige Punkte zum Klassenerhalt ein. Nach einer 1:0 Führung der Unioner zur Pause, wurde es nach dem Seitenwechsel nochmal hektisch. Unions Torwart Christopher Heinze kommt nach einer rüden Attacke des Angreifers im Fünf-Meter-Raum ins Krankenhaus. Das Spiel mußte für gut 30 Minuten unterbrochen werden. Am Ende setzten sich die Seesener mit 4:2 durch.

Am Sonntagvormittag reiste der SV Union Seesen zum Tabellenschlusslicht VfL Oker. Trotz der sehr guten Leitungen in der Vorwoche gegen den Tabellenführer aus Harlingerode (der Beobachter berichtete), wollte das Team um Trainer Jörg Müller die Okeraner nicht unterschätzen. Am 8.Spieltag wäre bereits der MTV Bornhausen in Oker fast unter die Räder gekommen, konnte sich aber am Ende knapp mit 3:2 behaupten. Union wollte nichts anbrennen lassen und startete mit Vollgas und der ersten Torchance vom Anstoßpunkt aus. Nur knapp verfehlte der Ball das Tor. Doch wer dachte, dass es in diesem Tempo weitergehen würde, wurde eines Besseren belehrt. Je mehr Chancen die Unioner nicht im Netz der Heim-Elf unterbringen konnten, desto besser kamen die Okeraner ins Spiel und auch vereinzelt zur Tormöglichkeiten aus der Distanz. Die mitgereisten Seesener mussten sich bis zur 19. Minute gedulden, bis Alexander Bause die Kernstädter mit 1:0 in Führung schoss. Viele unglückliche "Abseits"-Entscheidungen des Schiedsrichters Markus Kiessler zum Nachteil der Unioner brachten zusätzlich Unruhe ins Spiel. Auch die Härte nahm zu und die Fouls häuften sich. Aus Union-Sicht musste man mit einem mageren 1:0 Vorsprung in die Pausenkabine.

Nach Wiederanpfiff keimte Hoffnung auf, denn nach nur zwei Spielminuten schlenzte Sascha Richmann fast von Höhe der Torauslinie den Ball noch ins lange Eck und zur 2:0 Führung für den SV Union Seesen. Wieder konnten die Unioner aber den Schwung aus dem Torerfolg nicht mitnehmen um die Führung weiter auszubauen. In der 51. Minute ein gut vorgetragener Konter der Okeraner der prompt im Tor der Unioner landete. Die Spielweise der Unioner hatte die Hausherren stark gemacht. In der 55. Spielminute dann der "Aufreger des Tages": Nach einer rüden Attacke eines Okeraner Angreifers im Fünf-Meter-Raum bleibt Unions Torwart schmerzverkrümmt am Boden liegen. Den Ball lenkt der Stürmer noch mit der Hand ins Tor. Der Pfiff des Schiedsrichter galt aber nicht einer möglicher Ahndung eines Foulspiels, sondern dem 2:2 Ausgleichstreffer. Trotz starker Proteste der Gäste und der "Ich habe den Keeper nichtmal berührt"-Aussage des Stürmers musste das Spiel unterbrochen werden. Per Notruf wurde der Notarzt alarmiert, denn der Torwart klagte über massive Schmerzen im Magen-/Brustbereich und konnte nicht wieder aufstehen. Schwerverletzt blieb er bis zur Ankunft des Rettungsdienstes liegen und wurde nach kurzer Untersuchung auf dem Fußballplatz dem Goslarer Krankenhaus zugeführt. Weder die rüde Attacke noch das "Hand-Tor" hatte der Schiedsrichter gesehen, denn anders ist es nicht zu erklären, wie er das Tor geben konnte und auch das Foulspiel nicht ahndete. Alexander Bause ersetzte den verletzten Torwart für die verbleibende Spielzeit. Mit gut 30-minütiger Verspätung konnte das Spiel fortgesetzt werden. Mit der Wut im Bauch, hatten die Gäste aus Seesen sofort eine andere Körpersprache inne und suchten die Entscheidung. In der 69. Minute ist es wieder Sascha Richmann der sein Team mit 3:2 in Führung bringt. Kapitän Abdullah Bas macht dann per Kopfballtor in der 81. Minute mit dem 4:2 alles klar. Kurze Zeit später war dann auch Schluss in Oker und die Kernstädter konnten drei wichtige Punkte zum Klassenerhalt in der Hinrunde sammeln. Der VfL Oker bleibt weiterhin Schlusslicht in der Tabelle. Am kommenden Sonntag reisen die Unioner zum Auswärtsduell zum FC Zellerfeld. Angepfiffen wird das Spiel um 14 Uhr in Clausthal-Zellerfeld.

Für Union spielten: Christopher Heinze (Jan Rohkamm), Tristan Beissert (Jonas Schnelle), Munir Elamin, Oktay Ok , Sascha Richmann, Ahmed Rizk, Abdullah Bas, Alexander Bause, Jan Tönskämper und Jean Pierre Affinito (Said Rizk).