207 Athleten aus 35 Vereinen gingen in Seesen an den Start

Sprint-Entscheidung über 100 Meter bei den Männern. (Foto: Fender)
 
Leichter Gegenwind blies den Läuferinnen im Zielbereich ins Gesicht. (Foto: Fender)

Bezirksmeisterschaften der Leichtathleten auf der Harzkampfbahn / Dank an Ausrichter / Leistungen eher durchwachsen

Seesen (df). Voll des Lobes waren die Aktiven und die Offiziellen über die gelungenen Leichtathletik-Bezirksmeisterschaften der Männer, Frauen und Jugendlichen, für die der MTV Seesen im Jahr seines 150-jährigen Jubiläums als örtlicher Ausrichter verantwortlich zeichnete. Eckhard Schlange aus Goslar, 1. Vorsitzender des NLV-Bezirkes Braunschweig, dankte dem LA-Abteilungsleiter Rudi Kinat und seiner großen Kampfrichterschar ganz herzlich und bedauerte es, dass in Seesen nicht häufiger Bezirkstitelkämpfe ausgetragen werden. Zur Abrundung der Veranstaltung trug auch das beinahe perfekte Leichtathletikwetter bei, lediglich leichter Gegenwind blies den Läufern auf der Zielgerade fast ständig ins Gesicht.
Mit 207 Teilnehmern aus 35 Vereinen war die Resonanz eher durchschnittlich und ebenso wenig mit früheren Zeiten zu vergleichen wie leider auch die Qualität der Leistungen in vielen Disziplinen. Zumindest aus Ausrichter- und Zuschauersicht bedauerlich ist es, dass die Topathleten aus den drei großen Zentren Wolfsburg, Braunschweig und Göttingen gute Sportfeste den Bezirksmeisterschaften vorziehen. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass in einigen Disziplinen über 40-Jährige immer noch das Geschehen bestimmen. Erfreulich sind aber auch die Leistungen einiger Nachwuchsathleten, die für die Zukunft noch einiges erhoffen lassen. Beispielhaft ist dort derzeit die Nachwuchsarbeit in Braunschweig, dementsprechend war die LG Braunschweig mit 19 Titeln auch der mit Abstand erfolgreichste Verein.
Schnellster Sprinter war zwar der Wolfsburger Julien Karn mit 11,38 Sekunden über 100 Meter und 22,82 Sekunden über 200 Meter, schneller als er lief aber noch der 18-jährige Christoph Bruns von der LG Altes Amt, der für die 100 Meter nur ausgezeichnete 11,27 Sekunden benötigte und zu dem mit seinen weiteren Siegen über 200 Meter und in der 4x100-Meter-Staffel seines Vereins einer von fünf Dreifachsiegern war. Als schnellste Sprinterin erwies sich die 16-jährige Laura Gläsner (SV Germania Helmstedt) mit ebenfalls sehr guten 12,57 Sekunden. Zudem sicherte sie sich auch die Titel auf beiden Hürdenstrecken. Als Beispiel für die starke Teamleistung des Braunschweiger Mädchen-Nachwuchses seien noch die 1,58 Meter der Hochsprungsiegerin Rebecca Sack und vor allem die Siegerzeit in der 4x100m-Staffel von 50,41 Sekunden genannt.
Die auffälligste Leistung der Männer vollbrachte der 20-jährige Martin Schmalz von der LG Eichsfeld, der auf der Stadionrunde mit 50,05 Sekunden die begehrte 50 Sekunden-Grenze nur hauchdünn verfehlte. In den Sprungdisziplinen dominierten Malte Jäger (LG Göttingen) im Hochsprung (1,88 Meter) bzw. Jens Thierse (LG Peiner Land, 6,69 Meter) im Weitsprung und Philip Waßmus (MTV Goslar, 12,95 Meter) im Dreisprung, die Leistungen indes überzeugten nur bedingt. Zu den bemerkenswertesten Leistungen der B-Jugendlichen (U18) zählten die 1:59,70 Minuten durch Julius Lembke (LG Göttingen) über 800 Meter und die 16,40 Meter des Kugelstoßers Torben Ziesing (LG Eichsfeld). Aber auch der Dreifachsieger Dennis Kauß (TSG Bad Harzburg) wusste mit 42,57 Meter im Diskuswerfen und 52,23 Meter im Speerwerfen (zudem mit der Staffel siegreich und Zweiter im Kugelstoßen mit 14,06 Meter) zu gefallen. Lobend zu erwähnen ist, dass die Harzkampfbahn nach der überfälligen Grundreinigung fast wie neu erstrahlte und die LA-Senioren vorab die Anlage mit viel Einsatz in einen wettkampfwürdigen Zustand versetzt hatten.
Kritisch hinterfragt werden muss aber auch, ob die Instandhaltung einer solchen attraktiven Anlage nur Sache eines Vereines ist oder die Stadt nicht auch eine gewisse Mitverantwortung hat, zumal wenn mit solch regionalen Wettkämpfen auch Werbung für die Stadt betrieben wird.