Altenau als ein Mekka für 500 Radsportler

Das Starterfeld für die Kurzstrecke umfasste mehr als 150 Teilnehmer. (Foto: Kluge)
Altenau (cfk). Fast 500 Mountainbike-Sportler aller Alters­klassen verwandelten Altenau anlässlich des 13. Harzer Bergamont Mountainbike Events wieder in ein Mekka der Radsportler. Dementsprechend zufrieden zeigte sich auch der ausrichtende Verein Mountainbike Freunde Oberharz. „Das war auch in etwa die Teilnehmerzahl, mit der wir gerechnet haben“, so Christian Deike vom Veranstalter. Mit Stefan Danowski vom Team Bergamont dominierte ein altbekannter Fahrer die Königsdisziplin über knapp 120 Kilometer über Dietrichsberg und Polsterberg. In 4:32,53 Stunden hatte er die 119,2 Kilometer hinter sich gebracht, und das trotz eines kleinen Umwegs.
Ob es „amüsante“ Zeitgenossen oder böswillige Sabotage war. Wird sich wahrscheinlich nie feststellen lassen, nur eins ist sicher: die Strecke zwischen Altenau und Clausthal wurde umtrassiert, das Spitzenfeld über 80 und 120 Kilometer absichtlich auf eine lange Abfahrt geschickt. „Etwa vier Kilometer mehr“, kalkulierte Deike die längere Strecke. Als die Fahrer den Fehler bemerkten, umkehrten, kamen ihnen schon die nächsten entgegen und es kam zu einem Unfall. „Ein Fahrer aus dem erweiterten Spitzenfeld musste danach aufgeben“, so Deike, der mit den Mountainbike Freunden wohl Anzeige erstatten wird. „Auch an einer anderen Stelle wurde ein Mann beobachtet, der Trassierband abknaubelte und sich auf einem schmalen Trail sogar Fahrern in den Weg stellte und sie nicht vorbei lassen wollte“, wusste Deike weiter zu berichten. „Es ist schwierig für uns, das ständig zu kontrollieren“, sagte er nach dem Rennen den Fahrern, „zehn Minuten vor dem Start ist die Strecke noch abgefahren worden und alles war okay.“
Ein anderer schwerer Unfall, der für zwei Fahrer einen Krankenhaus-Besuch nach sich zog, passierte auf dem Rücken des Dietrichsberg. „Eine Gruppe von etwa zehn wohl unerfahreneren Fahrern fuhr etwas wild durcheinander“, zitiert Deike, was er in Erfahrung brachte. Dabei sind zwei so heftig gestürzt, dass sie sich wohl leichte Brüche zuzogen.
Mangelnde Erfahrung war es nicht, die den Bad Grunder Marcel Merkel und seinen Gittelder Sportskameraden Marcel Ostermeier die letzten 20 Minuten das Rad ins Ziel schieben ließ. Sie waren als einzige mit einem selbstgebauten Tandem ins 40-Kilometer-Rennen gegangen. Ostermeier, früher aktiver Downhill-Fahrer, hat durch Diabetes nur noch auf einem Auge seine Sehkraft von zwei Prozent, gilt als blind. Dennoch hat er die Leidenschaft für den Sport nicht verloren und vertraute sich seinem Kumpel an. Fahrtechnisch lief auch alles prima, doch fünf Mal riss die Kette. „Und am Schluss war da auch nichts mehr zu nieten“, gestand Merkel.
Das nächste Rennen im Rahmen des Harzer Mountainbike Cup ist am 3. Juni in Clausthal-Zellerfeld.