Birte Friedrichs überzeugt bei Junioren-WM

Birte Friedrichs erreichte bei der Junioren-Weltmeisterschaft im Orientierungslauf gute Platzierungen.

Orientierungslauf: 17-Jährige Seesenerin erreicht Plätze im Mittelfeld

Mit einem recht großen Team von sechs Junioren und vier Juniorinnen reiste der Orientierungslauf-Bundestrainer Thomas Meier ins norwegische Rauland, wo in der vergangenen Woche im Bergland der Telemark auf fast Tausend-Meter-Höhe die Junioren-Weltmeisterschaften stattfanden.

Zum deutschen Team gehörte auch Birte Friedrichs (MTV Seesen), die in diesem Jahr auch in der D18 in Rumänien bei der Jugend-EM hätte antreten können. Sie entschied sich aber für die Bewerbung für einen Start bei der JWM in Norwegen und konnte von den Trainern aufgrund ihrer guten Frühjahrsergebnisse auch nicht übergangen werden. Und die gerade einmal 17-jährige Seesenerin machte ihre Sache sehr gut und überzeugte im Feld der bis 20-Jährigen mit für deutsche Verhältnisse ausgezeichneten Leistungen.
Vor den Wettkämpfen hatte das deutsche Team noch eine Woche Zeit, um sich im norwegischen Bergland zu akklimatisieren und sich mit den Besonderheiten des Terrains vertrauter zu machen. Dieses gelang bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen auch. Nach der Eröffnungszeremonie für die rund 300 Aktiven aus 40 Nationen samt ihren Betreuern folgte als erste Disziplin der Sprint-OL, der die Athleten durch den Ort Amot führte und sie bei höchstem Tempo in ungewohnter Weise forderte. Extrem knifflige Routenwahlentscheidungen unter Berücksichtigung eines sehr profilierten Höhenbildes mussten in Sekundenschnelle getroffen werden und nicht immer entschieden sich die Athleten richtig. Obwohl Birte das Rennen in ihrer Art eher vorsichtiger begann, wählte sie dennoch auf zwei längeren Teilstrecken die ungünstigeren Routen und verlor dadurch gut eine Minute. Im Endklassement lag sie knapp hinter ihren Teamkameradinnen Patricia Nieke (Dresden/52.) und Leonore Winkler (Jena/ 63.) als 65. noch in der ersten Hälfte des 135-köpfigen Teilnehmerfeldes der Juniorinnen und hatte damit ihr erstes Ziel trotz der kleinen Fehler erfüllt.
Für den Lauf über die Mitteldistanz waren die Felder in jeweils drei Vorläufe eingeteilt, aus denen sich jeweils die 20 Besten für die A-Finalläufe qualifizierten. Dieses gelang allen vier deutschen Mädchen mit Vorlaufplatzierungen zwischen Rang zehn und 18, was in den Vorjahren nicht so häufig passierte, sowie zwei der sechs Jungen. Dieses erfreuliche Ergebnis erzielten sie, weil sie sich bei Sturmböen, Regenschauern und wesentlich kühleren Temperaturen an die Hinweise der Trainer hielten, sichere Routen zu wählen und immer kontrolliert zu laufen. Eine angepeilte Top 30-Platzierung blieb den Deutschen tags darauf bei den Finalläufen versagt, mit Rang 33 erzielte Moritz Döllgast dennoch eine tolle Platzierung, die beste des deutschen Teams in der Woche. Birte blieb zwar auf der 3,6 Kilometer langen Strecke (Luftlinie) nicht fehlerfrei, kämpfte aber ehrgeizig und platzierte sich schließlich auf einem ausgezeichneten 43. Rang und war ebenso zufrieden wie ihre Mitstreiterinnen Paula Starke (Dresden/36.), Leonore Winkler (46.) und mit Abstrichen Patricia Nieke (59.).
Nach einem Ruhetag stand die Entscheidung über die Langdistanz an, die über 7,4 Kilometer bei 235 Höhenmetern durch ebenso fast wegelosen Wald mit vielen Sumpfstreifen und Felsen führte. Häufig führte die beste Route durch oder entlang der Sümpfe, die nicht zu nass und dadurch gut zu belaufen waren. Mit einem hervorragenden 45. Platz und der an diesem Tag besten deutschen Platzierung beendete Birte dieses schwere Rennen.
Den Abschluss bildeten traditionsgemäß die Staffelrennen. Während die deutsche Juniorenstaffel mit Moritz Döllgast dicht an der Spitzengruppe wechselte und erst nach hinten heraus patzte, machte die deutsche Startläuferin Paula Starke auf der Schlussschleife nach dem Sichtposten zwei Schnitzer und kam mit einer Viertelstunde Rückstand zum Wechsel. Bei Birte als zweite Läuferin merkte man, dass im fünften Rennen in sechs Tagen ein wenig die Luft raus war. Läuferisch hatte sie nicht mehr viel zuzusetzen, hinzu kamen kleine Konzentrationsfehler. Dennoch gelangen es ihr und der Schlussläuferin Patricia Nieke, die Staffel noch um einige Plätze nach vorn zu bringen. Im Endklassement wurde das Team als akzeptable 16. unter 26 Staffeln beziehungsweise, wenn man die gestarteten Zweitstaffeln der größeren Nationen mit einrechnet, als 22. von 42 Staffeln.
In der Teamwertung aller Ergebnisse der JWM-Woche rangiert das deutsche Team an 14. Stelle, was ungefähr der Leistungsfähigkeit entspricht. Die meisten Medaillen gingen an die skandinavischen Länder und die Schweiz, also die großen OL-Nationen. Während Bundestrainer Thomas Meier ein wenig mit den teils schwankenden Leistungen einiger Schützlinge haderte, zeigte er sich mit Birtes Leistungen vollauf zufrieden und hofft, dass sie in den kommenden drei Jahren eine festen Größe im deutschen Junioren-Team bleibt.